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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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Mondes, ist nur 5346 Fufs unter seinem Walle verlieft, der sich 30S0 Fufsiiljer die äul'sere I' läclie emporhebt. In jeder Beleuchtung ist Posidoniusmit aufserordenlliclier Deutlichkeit zu sehen, und sein Inneres zeigt höchsteigcnthümlichc Bildungen: einen langen, vom Hauptwall nach innen abge-henden Bogen, schmal und ganz scharf abgeschnitten; einen kleinen sehrhellen Crater und eine iiufserst zarte Rille. Noch ist der meerbusenähn-liche Lemonnier zu bemerken, in dessen Wall einige Gipfelpunkte 8000 Fufsund darüber, also bis zur Höhe der Karpathen, emporslcigen.

In der südlichen Nebengruppe zeigt sich der durch einen Qnerwallin zwei Theilc gesonderte, meist undeutliche Littrow, der besser sicht-bare aber kaum 3000 Fufs liefe Maraldi, mehr eckig als kreisförmig,endlich Vitruvius, ein sehr augenfälliges, 4 Meilen im Durchmesserhaltendes und 4224 Fufs tiefes Ringgebirge (nach aufsen hat der Wallnoch nicht 1000 Fufs Höhe, ist aber dennoch sehr hell). Auch hat Vi-truvius, wie fast alle Ringgebirge dieser Gegend, einen deutlichen Ceu-tralherg.

Wer etwa die von einigen oberflächlichen Beobachtern aufgestellteMeinung, der ganze Mond sei eine Schnee- und Eiswüste, oder überhauptin seinen Bestandteilen gleichartig, durch das im physikalischen Theiledarüber Gesagte noch nicht hinreichend widerlegt glaubt, der betrachte dieUmgegend des Yitruv und die benachbarten Particen des Mare Serenitatisbei hoher Beleuchtung. Vom dunkelsten Stahlgrau (in dem man auchoft einen hläulieilten Schimmer zu bemerken glaubt) bis zum hellstenWeifsgelb linden sich alle Niianeen auf dem kleinsten Raume neben einan-der, und diese Parthie erwartet noch einen geschickten Maler, der denVersuch mache, sie naturgetreu darzustellen, was mit einer Terrainkarteunvereinbar ist.

Im Süden des Vitruvius bildet eine starke Beule das äufserste Glieddes Hochlandes; von ihrem zum Theil mit Cratern besetzten Rande zie-hen Bergadern dem Mare Trampiillilatis zu. Im Westen liegt ein grofseraber schwer erkennbarer Bergkranz.

Das westliche Glied des Hochlandes hat keine grofse Gebirgskettenmehr. Es sind mehr insclartigc Parlhien, von miifsiger Höhe (600 bis1000 Fufs, einzelne auch 20003000 Fufs) auf einem Grunde der sichwahrscheinlich nur wenig über die benachbarten des Palus Somnii undder nordwestlich angrenzenden Landschaften, bedeutend aber über dasMare Crisium erhebt. Unter den Ringgebirgen sind besonders zwei be-trächtlich tiefe und steile, Macrobius und Proclus, zu merken. Er-sterer von 9 Meilen Durchmesser und 12000 Fufs Tiefe ist zwar etw r asheller als die Umgehung, doch im Vollmonde nicht sehr augenfällig; bes-ser ist Proclus sichtbar, der alsdann nächst Aristarch das hellste Ringge-birge des Mondes bildet. Er hat 4 Meilen Durchmesser und ist im Innernungeheuer schroff, hat auch einen schwachen Centralberg, und von ihmgellen einige Lichtstreifen aus, die das Mare Crisium durchziehen, so wieein breiter Lichtbüschel nach N.O.