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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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Doch sind diese Coincidenzen selten, so häufig auch die beiden Formen:Bergadern und Lichtstreifen, auf dem Monde Vorkommen. Bei weitemdie meisten Bergadern haben in hoher Beleuchtung mit der Umgehunggleiche Farbe.

§. 55 .

Was im Bisherigen als Farbe bezeichnet wurde, waren hlofse quan-titative Unterschiede der Zuriickstrahlungsfähigkeit. Allein es zeigen sichauch qualitativ verschiedene Färbungen, obwohl weit weniger hervortre-tend. Das ganze Mare Serenitatis schimmert, die dunkle Randgegend aus-genommen, in einem schönen Grün. Eben so ein Theil des Mare Ilumorumund (nur weniger deutlich) das Mare Crisium. Das Mare Frigoris istgelblich grün und gleichsam schmutzig; der Palus Somnii bräunlich gelb;bei Lichtenberg zeigt sich ein rüthiieher Schimmer. Auch das Grau derMeere scheint mit dem mehrerer Ringllächen nicht gleicher Art zu sein.Denn während es in jenen häufig mehr wie ein mechanisches Gemengevon lichtem und dunklem Grau erscheint, zeigt es sich im Innern derRinggebirge Billy, Plato u. a. m. als ein reines Stahlgrau, ja zuweilenglaubt man, besonders im Grimald, einen bläulichten Schimmer darin wahr-zunehmen. Doch alles dies sind schwache Differenzen, die einer Ver-einigung günstiger Umstände und namentlich der senkrechten Beleuchtungbedürfen um wahrgenommen zu werden. Ob überhaupt jedes Fernrohrsie zur gewissen Anschauung bringen und jedes Auge sie erfassen könneist sehr zu bezweifeln.

Auch die grofsen Lichtstreifen zeigen bisweilen eine etwas ver-schiedene Farbe. Wenigstens ist es auffallend, dafs man sie noch in sol-chen Gegenden unterscheiden kann, wo sie um nichts heller als ihre Um-gehung sind. Bei aufmerksamer Untersuchung findet sich der Grund darindafs die Streifen mehr milchweifs, die Landschaft im Ganzen gelblich-weifs erscheint. Doch nur bei den Streifen die vom Tycho dem Südrandazuziehen, ist dies mit einiger Sicherheit wahrzunehmen.

§. 56 .

Es ist schwer, über die Ursache dieser Erscheinungen etwas aus-zumitteln. Was die Verschiedenheit der Helligkeit in den einzelnen Flä-chenstrichen betrifft, so kann diese nicht befremden, cs findet sich diesbei allen Weltkörpern die wir näher erforschen können, und bei der Erdekann es nicht anders sein, wenn wir an den Gegensatz der Continenteund Occane, der Sandwüsten und Waldstrecken u. dgl. denken. Dasstarke Glänzen vieler Crater erklärt sich wohl am einfachsten, wenn manihre concaven Öffnungen gleichsam als Bretinspiegel betrachtet, die dasSonnenlicht concentrirt zurückwerfen, wie man denn auch in der That be-merkt, dafs vor dem Vollmonde besonders die Ostseiten, nach demselben dieWestseiten vorzüglich hell glänzen. Aristarch ist vielleicht nichts Weiterals die am vollkommensten spiegelnde Fläche, die uns das Bild derSonne zurück wirft. Obgleich nun die oben geschilderten Phänomene

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