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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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doch wohl zu mannichfaltig sind, um allein auf diese Art erklärt zu wer-den, so können wir doch, da wir von den Bestandtheilen des Mondesnichts Näheres wissen, auch nicht weiter in diese Ursachen cingchen; 'nur das mag liier noch bemerkt sein, dafs die Meinung'Einiger, als seider ganze Mond nichts als eine Eis - und Schncewttste, schon allein durchdiese bemerkten Farbenverschiedenheiten widerlegt wird, selbst wenn esnicht schon ohnehin einleuchtend wäre, dafs von Eis und Schnee nichtdie Rede sein könne, wo Luft und Wasser fehlen.

Allein woher diese Richtung in Streifen, woher die Beziehung aufein Ringgebirge, als Mittelpunkt? Es sei liier erlaubt eine Meinung auszu-sprechen, die freilich weder streng erwiesen werden kann, noch alleSchwierigkeiten hebt. Wenn bei der Bildung der Mondkugel, nachdemdie Oberfläche angefangen hatte sich zu verdichten und zu erhärten, dieim Innern sich abscheidenden Gase keine Ausbruchsstelle in unmittelbarerNähe fanden, so strichen sie unter der Oberfläche hin und einem allge-meinen Ausbruchspunktc zu. Auf ihrem Wege aber veränderten sie ge-waltsam die noch nicht ganz erhärtete Oberfläche und vermehrten so, aufeine oder die andre Art, ihre Fähigkeit das Sonnenlicht zurückzuwerfen.Diese Wirkung mufste sehr früh erfolgen, wie schon der gewaltige Um-fang dieser Strahlensysteme und die kolossalen Wälle der Ringgebirge, indenen sie enden, beweisen. War die Bodenfläche einmal in diesem Sinneningeändert, so konnten die spätem und wahrscheinlich mehr lokalen Erup-tionen dies nicht wieder aufheben, um so mehr als die Erhärtung je län-ger je mehr fortschrill;.

Auch Lavaströme haben einige in diesen Streifen zu erkennengeglaubt. Gegen diese Erklärung ist nur zu erinnern, dafs Laven nichtüber steile Hochgebirge hinziehen, vielmehr den Thalwindungen folgen,und wo sie eine Vertiefung antreffen, diese erst ausfüllen werden, che sieweiter fortziehen. Diesem widersprechen aber die Beobachtungen durch-aus; die Art ihrer Verbreitung zeigt deutlich, dafs die Terrainbildung fürsie völlig indifferent ist, und dafs seihst in dem Falle, wo ein solchesRinggebirge auch Bergketten aussendet, wie bei Copernicus der Fall ist,die Streifen dennoch sich ganz und gar nicht an jene binden, und wedermit dem Zuge derselben zusammenfallen, noch in ihrem Laufe sich dadurchhemmen lassen.

Physische Bemerkungen über Mond- und Sonnenfin-sternisse, und einige andre besondre Erscheinungen.

§. 57.

Über das Vorkommen der Finsternisse in mathematischer Beziehungist bereits oben (§. 23.) gehandelt worden; im Folgenden wollen wir dieErscheinungen, welche durch sie veranlafst werden, nach ihrer beson-dern Eigenthümlichkeit betrachten, und zwar zuvörderst die Mondfin-sternisse.