48
Sercnitatle, das er mitten durchzieht, lebhafter und augenfälliger und läfstsich in schwachen Spuren bis zum Thaies verfolgen, nachdem er über100 Moudgrade (gegen 420 Meilen) durchzogen hat.
§. 53.
Diese Streifen sind durchaus keine Erhöhungen. Wersie nur im Vollmonde betrachtet, kann zu diesem Resultate freilich nichtgelangen. Selbst wo Bergadern mit ihnen Zusammentreffen, folgen siekeinesweges dem Laufe und den Krümmungen derselben, und dem Zugeder Gebirgsketten noch weniger. Vielmehr schliefsen sich Lichtstreifenund Gebirge (für unsre Wahrnehmung) gegenseitig aus, ynd machen ein-ander im Verlauf einer Mondperiode wechselsweise Platz. Die Gebirge,hohe wie niedrige, verschwinden in dem Mafse, wie das System derStreifen,sich ausbildet; im Vollmonde sieht man (die oben genannten dasCentrum des Systems bildenden Ringgebirge ausgenommen) die Terrain-unterschiede nicht bezeichnet, sondern die ganze Gegend scheint nur ausdiesen Streifen zu bestehen; nimmt der Mond wieder ab und fangen dieSchatten der Berge sich wieder zu zeigen an, so verschwinden die Strei-fen allmählich und lassen keine Spur ihres Daseins zurück. Wer die Ge-gend des Tycho oder Copernicus im Vollmonde, und sodann (ohne Zwi-schenbeobachtungen) im letzten Viertel betrachtet, mufs die völligen Ver-änderungen, welche unterdefs vorgegangen sind, ganz unbegreiflich finden.Einige vorzüglich hellen Theile dieser Streifen lassen noch schwache Spu-ren zurück, wenn die Bergwände schon Schatten werfen, wie die imStöfler und Mcton, aber den Untergang der Sonne erträgt kein einziger.Der sehr deutliche Streifen im Mare Serenitatis wird von Bergadern mehr-fach durchsetzt und zur Seite begleitet, die auch wie alle Bergadern inder Nähe der Lichtgrenze deutlicher werden und Schatten werfen; derStreifen selbst aber verschwindet spurlos, und so alle übrigen.
§. 54.
Aufser jenen Ilauptsystemen zeigen sich auf dem Monde noch meh-rere unvollkommene, so wie einzelne Streifen, oft ohne bestimmten Aus-gangspunkt. Von Proclus ziehen drei, unter denen jedoch nur einer rechtdeutlich ist, unter Winkeln von etwa 120° ab. Ein merkwürdiges Gebildeim Mare Foecunditatis, mit Messier bezeichnet, gleicht aufs schlagendsteeinem Kometen mit doppeltem Schweife, und ist zum Bewundern regel-mäfsig und symmetrisch.
Im Mare Nubium und Occar.us Proccllarum liegen mehrere Cratervon 1 bis Meile Durchmesser, welche ein hellglänzender, aber nichtin Streifen zertheilter und nur wenig verbreiteter Schimmer theils con-centrisch, theils excentrisch umgiebt. Beispiele geben Euclides, Bessarion,Hortensius u. a.
Endlich bemerkt man in den sogenannten Meeren blasse Streifenin verschiedenen Richtungen, meist ohne deutlichen Zusammenhang, vondenen einige sich in der Nähe der Lichtgränze als Bergadern bewähren.
Doch