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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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auf dem Monde gebe, lehrt Jedem der Augenschein; dafs diese dunklereFlächentheile keine Schatlen seien, ist bereits nachgewiesen (§. 34.).Es deuten vielmehr diese verschiedene Lichttöne auf verschiedene Re-flexionsfähigkeit des Mondhodens, und hierzu lassen sich auf der ErdoBeispiele genug nachwciscn. Diese quantitativ verschiedene Zuriickslrahl-ungslahigkcit findet nicht blos in Bcz.ug auf das direkt einfallendc Son-nenlicht Statt, sondern auch auf das Erdlicht, und also wohl auf dasLicht überhaupt; denn im Erdscheine und hei Mondfinsternissen zeigensich die hellem und dunklern Gegenden, so weit man sie unterscheidenkann, in demselben 'Verhältnisse zu einander wie im Vollmonde.

Für diese V erhältnisse ist also eine Scala fcstzusetzen und so vieleGrade anzunehmen als man noch deutlich unterscheiden kann. Schroterund Lohr mann nahmen 10 Grade an, so dafs 1 3 grau, 4 5 lichtgrau,6 7 weils und 810 als glänzend weifs betrachtet werden kann.

In dieser Scala würden die Schatten der Mondberge = Kuli sein.Die äufsersten Grade 1°, 9°, 10° finden sich nur in kleinen Flächenstri-ehen. 1° im Grimaldi und Riccioli, doch nur in einem Theile dieserFlächen. Boscovich, Julius Cäsar, Plato, ein Thcil des Schickard, kleineFlecke im Alphons, Pctavius und VV. Humboldt stehen zwischen 1° und2°. 2° und 3° ist die gewöhnliche Farbe der Meere; die in hohemBreiten liegenden sind meist etwas heller. Einzelne Flächenstriche, be-sonders einige schmale geschlängelte Thäler in der Umgegend des MareCrisium und im Osten der Mondfische haben gleichfalls 2° Licht, ebenso das Innere mehrerer Ringgebirge, wie Billy, Crügcr, Firmicus, Apol-lonius. Auch Hügellandschaften zeigen mitunter diese dunkle Färbung.So das ganze Hügelland bei Schröter und einige Nebenthcile des Apennien-hocblaiules. Drei hohe Berge in der Nähe des Pythagoras hohen nur 2°,während ringsherum alles, Berg wie Thal, 4° und 5° Licht hat. Diehellem, meist gebirgigen Landschaften von 4° bis 6° Licht finden sich amhäufigsten. Fast des südwestlichen Quadranten mufs dahin gerechnetwerden, und fast nur hier kommt der Grad 9° in grofsen zusammenhän-genden Strecken vor. Die Ränder der meisten Wallebenen und Ring-gebirge haben 4° bis 7°, und bei vielen ist das Innere ganz oder naheeben so hell. Einzelne Ilühenpunkte erreichen 7° bis 8°, seltner 9°.Man findet in jeder Berglandschaft einzelne Punkte von diesen hohen Gra-den, aber fast nirgend bewährt es sich, dafs dies grade die höchstenBerge wären. So kommt der Grad 9° bei einem kleinen Iliigelsystem imVV. des Atlas und bei einer grofsen fast ganz ebenen Gegend im N. desLexell vor. Meistens sind indefs die drei höchsten Grade der CraternUnd einigen Ringgebirgen aufbehalten.

Viele Crater glänzen nicht nur mit ihrem Rande, sondern mit derganzen inneren Fläche. Sie bilden die hellsten der fast unzähligen Licht-punkte, mit denen die Scheibe übersäet ist. Sie lassen sich dann vonden hellem Bergen fast gar nicht unterscheiden.

Den höchsten Grad 10° hat nur das einzige Ringgebirge Aristarchund ein einzelner Punkt im Werner. In hoher Beleuchtung ist der Glanz