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Nun aber ist der Schatten im Aristarch, Copemicus und Kepler stetsvollkommen so pechschwarz wie in allen anderen Gegenden des Mon-des. Es bleibt also nichts übrig, was einen Vulkan andeutete, und denoben gefolgerten Nichtvorhandensein des Feuers auf dem Monde wird alsodurch diese Beobachtungen nicht widersprochen.
Also der Mond ist keine Copie der Erde, und die gänzliche Ver-schiedenheit der dortigen Naturverhältnisse macht eine nicht minder grofseVerschiedenheit der Lebensformen auf beiden Wellkörpern unabweisbar.Es befinden sich also keine Menschen auf dem Monde. *)
§. 49.
Hat der Mond keine Athmosphäre und folglich kein Wasser aufseiner Oberfläche,, so ist der ganze Körper, sowohl die dies- als jenseitigeHalbkugel, Continental, und wir sind durch Nichts berechtigt, das waswir auf der diesseitigen Halbkugel vermissen, willkiihrlich in die uner-forschlichen Regionen der jenseitigen zu versetzen. Die dies- und jensei-tige Halbkugel unterscheiden sich fast gar nicht in Beziehung zur Sonne(§. 20.) sondern nur in der Stellung zur Erde. Wäre diese die veran-lassende Ursache einer wesentlich verschiedenen Gestaltung der beidenMondhälften gewesen, so würde sich diese Beziehnung schon darslellenmüssen bei Vergleichung der mittleren Gegenden mit denen des Randes,da der Einflufs, von welcher Art er auch immer sei, für die Mitte einMaximum haben mufs; er -würde sich ferner noch mehr hervorheben, wenndie Libration einen Blick in die jenseitige Halbkugel hinüber gestaltet(§. 18.). Allein in diesen Gegenden, die freilich uns nach einer sehrstark verkürzten Projektion wahrgenommen werden können und deren fei-neres Detail (wie Rillen u. dgl.) uns verborgen bleiben mufs, erblickenwir dieselben Formationen von Ringgebirgen, Wallebenen, grauen Flächenu. s. w. wie überall und namentlich auf der Mitte. Das Mare Hum-boldtianum, die Fläche Kästner, das Mare Australe reichen hinüber, undman sieht ihre gleichartigen Grenzgebirge nur zum Theil; es giebt Gegen-den, welche die Erde nur alle drei Jahr auf kurze Zeit über dem Horizonthaben; allein es ist keine allgemein fcstzustellende Verschiedenheit zwi-schen diesen und den beständig sichtbaren wahrzunehmen. Da überdiesdie Gestaltung des Terrains, auf dem Monde wie auf andern Wellkörpern,hauptsächlich durch aus dem Innern wirkende Kräfte zu erklären ist, soführt alles dies zu dem Schlüsse: dafs die jenseitige Halbkugeldes Mondes im Wesentlichen der diesseitigen gleich sei.
§. ÖL
Zur Vervollständigung des allgemeinen Bildes der Mondoberflächegehört noch die Farbe derselben. Dafs es dunklere und hellere Theile
*) Man verstelle mich recht. Ich leugne absolut die Möglichkeit, dafs Menschenoder menschenähnliche Geschöpfe den Mond bewohnen, bewohnt haben, noch je bewohnenwerden, ich würde dies selbst dann noch, wenn Wasser, Luft und Feuer auf ihm nach-weisbar waren. Damit sind aber keinesweges Geschöpfe überhaupt, noch auch vernünftigeGeschöpfe insbesondere, ausgeschlossen: ihr Dasein ist vielmehr höchst wahrscheinlich.