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§. 48.
Wir sehen also, dafs die Beobachtungen uns keine Möglichkeit ge-statten, eine Naturükouomie auf dem Monde anzunehmen, die mit der derErde Ähnlichkeit hätte. In vollkommener Übereinstimmung stehen damitdie Wahrnehmungen, dafs die Mondgcbilde, soweit unsre Athmospliärekein Hindernifs entgegensetzt, niemals getrübt erscheinen; ist ein lliug-gebirge deutlich, so sind es alle Gegenstände auf dem Monde verhälLnifs-mäfsig auch. Einige Beobachter haben zwar von 6elcnosphärischenTrübungen gesprochen, sie haben nämlich einzelne besonders feine undschwierige Gegenstände (z. B. schmale Killen) zuweilen nicht sehen kön-nen, obgleich die Mondscheibe deutlich hervortrat. Dafs dies der Fallsei, können auch unsre Beobachtungen bestätigen, dafs es aber auch sosein müsse, der Mond möge eine Athmospliäre haben oder nicht, istklar genug. Um die allerfcinsten Gegenstände zu sehen, gehört einZusammenwirken aller günstigen Umstände, auch der rein individuellendes Beobachters, und man wird z. B. bei mikroskopischen Untersuchun-gen dieselbe Erfahrung machen. Bildeten sich auf dem Monde Wolkenoder Nebel, so würden diese auch wohl über andere, sonst leichter sicht-bare Gegenstände, und nicht blos über die subtilsten Rillen und Grübchensich lagern.— Andre wollen vulkanische Eruptionen bemerkt haben;man nennt sogar die grofsen Namen William Herschel unter diesen letz-tem. Dies reducirt sieh darauf, dafs Ilcrschel Punkte in der Nachtseitedes Mondes in einem matten Glanze erscheinen sah „wie eine unter derAsche glimmende Kohle, und etwa so hell, wie ein Stern vierter Gröfsedem blofsen Auge” (Philosophical Transactions for the year 17S3). Eswar dies zu einer Zeit, wo das Erdenlicht im Monde sichtbar war, undunter ähnlichen Umständen haben auch andre solche Lichterscheinungengesehen. Der von Herschel angegebenen Lage nach waren es die Ring ■gebirge Kepler, Copcrnicus und Aristarch, und diese kann man unterähnlichen Umständen, wenn anders der Mond nicht früher untergeht ehevöllige Dunkelheit eintrilt, immer so wahrnehmen. Da aber vom Aufhü-ren der Dämmerung bis zum Untergänge des noch sichelförmigen Mondesnie viel Zeit verHiefst, überdies nahe am Horizont feinere Beobachtungennicht gelingen können, so wird man eine solche Erscheinung nur seltenund auf kurze Zeit geniefsen, sie also leicht für „zufällig” halten können.
Die Ursache derselben ist aber gewifs keine andre, als die stärkereZurückstraldungsfähigkeit dieser Ringgebirge und ihrer Umgebung, mag derGrund davon liegen worin er wolle. Man sieht auch im Sonnenlichtediese drei Stellen vorzugsweise glänzen, und namentlich ist Aristarch längstals der hellste Fleck des ganzen Mondes bekannt, weshalb auch Herclin ihm einen „ewig brennenden Vulkan” zu sehen glaubte. Begreif-lich müfste das Feuer eines Vulkans sich grade in dunkelster Nacht ambesten zeigen; noch Niemand hat aber die Erscheinung gesehen, w'enndas Erdenlicht nicht mehr wahrzunehmen war. Ferner müfste das auseinem Crater hervorbrechende Feuer den Sonnenschatten, den der Wallin diesen Crater wirft, mindestens schwächen, wo nicht ganz aufheben.