auf der unsrigen, was schon weit über die Gränze hinausliegt, woMenschen und Thiere noch athmen können. Allein die Schlüsse aus jenenBeobachtungen sind höchst unsicher, denn dies Dämmerlicht kann ebenso wohl das von der Erde auf den Mond rellcktirte Sonnenlicht, oder einWiederschein erleuchteter Berggipfel gewesen sein, deren sich grade inden Mondgegenden, wo Schröter das Phänomen wahrgenommen hat,sehr viele linden; wie denn auch eine kleine Dämmerung schon ohne alleAthmosphäre dadurch hervorgehen mul's, dafs beim Sonnenaufgang zuerstnur ein kleiner Theil der Sonne, und erst nach wenigstens 6S Minuten(§. 20.) die ganze Scheibe derselben leuchtet. Melanilerhjelm suchteden Knoten auf theoretischem Wege zu lösen, er berechnete, dafs dieDichtigkeit der Athmosphäre an der Oberfläche eines Weltkörpers sichwie das Quadrat der Pendellängen verhalte. Dies würde für die Mond-athmosphäre nahe der Erdatbmosphärc geben. Allein in der Praxisist die Frage nicht die, wieweit ein Weltkörper die Athmosphäre an sei-ner Oberfläche zu verdichten und wieviel er festzuhalteu im Stande,sondern ob ihm überhaupt so und soviel Athmosphäre gegeben sei. EinMagnet kann eine Tragkraft von so und so vielen Pfunden besitzen, ohnedafs diese wirklich daran hänge. Die Beobachtungen würden also mitjtlelaiiderhjehns Theorcn nur dann im Widerspruch stehen, wenn sieeine grüfsere, nicht aber, wenn sie eine geringere Dichtigkeit der Ath-mosphäre andeuten, oder diese ganz negiren.
Die Freunde einer Mondathmosphäre behaupteten unter andern, dieStrahlenbrechung mache sich bei Sternbedeckungen vom Monde deshalbnicht merklich, weil die Luft sich nicht bis zur Höhe der Randberge, andenen die bedeckten Sterne verschwinden, erstrecke. Es läfst sich nundagegen einwenden, dafs die Sterne nicht immer an Bergen, sondern auchin Thälcrn und Ebenen verschwinden, also wenigstens bei einem Theileder Sterubedeckungen die Refraktion merklich werden müsse. Indefs hatBes sei gezeigt, dafs die Luft des Mondes, nach dem MnriotteschenGesetze, selbst auf dem höchsten Mondberge (von einer deutschen Meile)noch f- derjenigen Dichtigkeit haben müsse, die sie an der mittleren Ober-fläche des Mondes hat, und dafs selbst die günstigsten Zugeständnisse, dieman in Bezug auf eine durch Beobachtungen nicht mehr zu erforschende,gleichwohl aber vorhandene Strahlenbrechung noch machen könne, dochnur eine Dichtigkeit der Mondlufl von s der Erdluft zuliefsen.
Was endlich die dritte Annahme betrifft, so liegt sie gänzlichaus dem Bereich unsrer Wahrnehmung, sie kann also durch Beobachtun-gen weder bewiesen noch wiederlegt werden. Aber eine elastische Flüs-sigkeit dieser Art wäre von uuserer Luft auch qualitativ so durchausverschieden, dafs man sic nicht mehr mit diesem Nomen bezeichnen könnte.Sie könnte also z. B. keinen Wasserdampf in sich aufgelöst erhalten,denn dieser ist strahlenbrechend; der ganze Kreislauf des Wassers, undmithin dieses selbst, fiele dadurch hinweg, auch unser Feuer würde insolcher Flüssigkeit nicht brennen u. s. w.