Druckschrift 
Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

23

Kamen au unterscheiden. Der erste Seleuograpli Hevcl nahm Benennun-gen von Meeren, Seen, Ländern, Inseln, Bergen und Städten der Erde,und diese Namen sind zum Tlieil noch jetzt nicht aufser Gebrauch. Ric-cioli aber setzte auf seine Mondkarte statt dessen die Namen berühmterGelehrten der Vorzeit und Gegenwart, und diese Bezeichnungsweise hatsieh erhalten und die //^re/sebe grüfstentlieils verdrängt. Die späterenMondbcschreiber, namentlich Schröter, setzten neue Namen hinzu für Ge-genstände die lilccioli theils nicht gesehen, theils unbenannt gelassen hatte.Wollte man indefs alle, durch die jetzt in Anwendung gebrachten Instru-mente noch einzeln unterscheidbare Gegenstände benennen, so würden100000 Namen kaum hinreiclien. Wollte man selbst nur diejenigen heraus-heben, die durch besondre Augenfälligkeit oder auf andre Weise eine eigneBezeichnung wiinschcnswerth machen, so würde man dennoch auf einigeTausende steigen müssen. Deshalb sind auf der Mappa Selenographica diebis dahin eingeführlen Namen etwa um ein Drittel vermehrt, und dieübrigen Gegenstände durch Buchstaben, die sich (wie bei den Sternbil-dern) auf einen Namen beziehen, so weit es nülhig schien, bezeichnet; aufder Generalkarle hingegen nur die Namen selbst aufgenommen worden.

§ 29.

Die bei unsern Messungen angewandten Methoden, die Origiual-beobaclilungen, Berechnungsformeln, Rechnungsbeispiele und die erhaltenenResultate sind in dem gröfsern Werke §. 30 C7. vollständig gegeben;hier kann das Verfahren nur ganz im Allgemeinen berührt werden.

Das Mikrometer welches dazu angewandt wurde, besteht auszwei feinen parallelen Fäden, die im Brennpunkte eines Fernrohres senk-recht aufgespannt sind, und einem darauf rechtwinklichten Querladen.Die Fäden können um die Axe des Rohrs gedreht und zusammen ver-schoben werden; aufserdein ist der eine noch für sich allein durch eineSchraube beweglich. Die Zahl der Umdrehungen dieser Schraube kann mauan einer beim Ocular belindlichen messingnen Platte, die Bruchtheile der-selben aber am 'Schraubenkopfe seihst ablesen, dessen Umfang in 100 'l'hcilegelhcilt ist, woraus das Augenmafs bequem und sicher 1000 machen kann.Man richtet nun das Fernrohr auf den zu messenden Gegenstand unddreht die Fäden so lange auseinander, bis sie ihn genau zwischen sichfassen, worauf man die Ganzen und Theile der Umdrehung abliest.

Für die Bestimmungen der selenographischen Länge und Breiteder Hauptpunkte wurde der Abstand des betreffenden Punktes von zweienPunkteu des Randes gemessen, deren einer genau im W. oder O.; derandre genau im S. oder N. liegt. Von diesen 4 Punkten sind neinlieh,des Lichtwechsels wegen, fast immer nur zwei voll erleuchtet und bequemsichtbar. Diese Messungen werden wegen der Strahlenbrechung, diealle Gegenstände scheinbar höher hebt, mithin alle Abstände mehr oderweniger verkürzt, und wegen der Dicke der Fäden, corrigirt, und sodannaus ihnen, mit Hülle der aus den Ephenieriden und Mondtafeln genomme-nen Daten für den Ort des Mondes zur Zeit der Messung, die Länge undBreite berechnet. Die Formeln dazu sind zuerst von Eriche entwickelt