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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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und schon von Lohrmatm bei seinen Messungen in Anwendung ge-bracht worden.

Die Bestimmung der Länge und Breite der Punkte zweiter Ord-nung ist auf die der Hauptpunkte gegründet. Zu diesem Behuf ist Ab-stand und Richtung des zu messenden Punktes von einem oder gewöhn-lich mehreren Hauptpunkten gemessen, und hieraus durch Auflösung ein-facher gradlinigter Dreiecke die projicirte Lage auf der Scheibe gesuchtworden, aus welcher sich dann leicht die wahre Lage auf der Kugel ergab.

Die Durchmesser der sich in Kreisform darstellenden Gebirge(von denen weiter unten ausführlicher die Rede sein wird) sind so ge-messen, dafs der Abstand von Rücken zu Rücken, so genau es sich er-kennen liefs, bestimmt wurde. Die Berechnung ist leicht und einfach;aufscr der Messung selbst bedarf man nur noch den Abstand des Mondes,die Lage des Objekts auf der Mondscheibe und die Höhe des Mondesüber dem Horizont.

§. 30.

Die Messung der Höhenunterschiede auf dem Monde hat grofseSchwierigkeiten, und ist in vielen Fällen ganz unausführbar. Man kanndrei verschicdne Methoden anwenden; die eine blos bei den im Profd ge-sehenen Bergen des Randes; sie ist die einfachste, gewährt aber wenigGenauigkeit, da ein Berg von einer deutschen Meile Höhe im Rande nuretwa 4" grofs gesehen wird und man überdies nicht genau wissen kann,ob der Berg im wahren Rande, oder nicht, vielmehr etwas hinter odervor demselben erscheine. Die zweite ist darauf gegründet, dafs dasSonnenlicht die Bergspitze früher erreicht und später wieder vcrläfst, alsdas umliegende Thal, mithin ein solcher Berg als Lichtpunkt in der Nacht-seite des Mondes noch gesehen werden kann. Durch Messungen seinesAbstandes vom erleuchteten Theile des Mondes in dem Augenblick, woder Gipfel den ersten oder letzten Sonnenstrahl empfängt, kann folglichseine Höhe ermittelt werden. Dieser richtige Moment wird aber schwerzu treffen sein und aufserdem treten noch andre Umstände hinzu, diedas Verfahren sehr unsicher machen. Ilevel hat cs bei drei Bergen undnicht ohne allen Erfolg, versucht. Die dritte Methode ist auf Mes-sung der Schatten gegründet. Aus der Länge des Schattens und derHöhe der Sonne über dem Horizont ergiebt sich nemlich auf dem Blondewie auf der Erde die Höhe eines Gegenstandes. Nur wird die Aufgabedadurch sehr verwickelt, dafs die Schatten hier Bogen auf einer Kugel-oberlläche sind; von uns meist in schräger, d, h. verkürzter Projectiongesehen werden, und dafs die Höhe der Sonne über dem Horizont einesMondberges eigentlich nur dann mit Sicherheit gefunden werden kann,wenn seine Länge und Breite genau bekannt ist. Dies ist aber bis jetztkaum bei einigen Hauptpunkten der Fall, und so mufs man der Messungdes Schattens noch eine andre sehr schwierige hinzufügen: die des Ab-standes von der Lichtgrünze in derselben Richtung, in welcher die Schat-ten fallen. Pie meisten der 1001 Bergmessungen, welche Behufs derKarte angcgtcllt wurden, sind auf die letztere Art ausgeführt und berechnet,