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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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weit hinter sich zurücklassen, können sieh nur Wenige einen richtigenBegriff machen.

§. 15.

Indefs kommen alle diese Schwierigkeiten nur dann in Betracht,wenn man genaue Vorausberechnungen anstellen will: die Erklärung derallgemeinen Erscheinungen, welche der Mondlauf veranlafst, hat wenigoder nichts damit zu thun und ist in der Tliat ungemein leicht und ein-fach. Die Phase des Mondes, oder seine wechselnde Lichtgeslalt hängtvon der Stellung des Mondes zur Sonne und Erde ah. Wendet er bei-den dieselbe Seite zu, so sieht man von der Erde aus die ganze uns zu-gewandte Halbkugel erleuchtet, und es ist Vollmond. Stellt er hingegenzwischen Erde und Sonne, so sehen wir auf seine Nachthälfle, d. h. wu-schen in der Thal nichts von ihm, und nennen dies Neumond. (DerNeumond kann nur gleichsam negativ sichtbar werden, wenn er so genauin die grade Linie zwischen Erde und Sonne zu stehen kommt, dafs eruns die letztere ganz oder zum Thcil bedeckt (§. 11.) Da nun der Mondnicht plötzlich, sondern allmählich aus der einen in die audere Lage rückt,so ist ohne Weiteres klar, dafs seine Erleuchtung, vom Neumonde an ge-rechnet von Abend zu Abend zunehmen, und in gleicher Art vom Voll-monde an wieder abnehmen, so Wie dafs der erleuchtete Thcil stets ander Seite des Mondes liegen müsse, von woher dio Sonne scheint. Erbewegt sich in seiner Bahn um die Erde aber von West nach Ost.Vom Neumonde an gerechnet, mufs also die Erleuchtung an der West-seite beginnen und gegen Osten vorrücken; vom Vollmonde an gerechnet,mufs umgekehrt die Verdunkelung an der Westseite anfangen, und die letzteSichel vor dem Neumonde sich im Osten zeigen. Dadurch sind alle Pha-sen des Mondes vollständig erklärt.

Ebenso einfach ist die Erklärung der Tageszeit, wann der Monddiese oder jene Phase zeigt; der Neumond, für unsern Anblick bei derSonne stehend, geht auch mit dieser Morgens auf und Abends unter.Nun rückt der Mond nach Ost; alles was am Himmel weiter östlichliegt, geht aber bekanntlich später auf und unter. Der Mond wird alsoam folgenden Abend später als die Sonne auf- aber auch später unterge-ben, und da diese Verspätung im Durchschnitt 50 Minuten täglich beträgt,so wird er schon nach 2 bis 3 Tagen in den Abendstunden am Wesl-himmel gesehen werden können. Nach 14^ Tagen (im Vollmonde) ist esso weit gekommen, dafs er erst bei Sonnenuntergang auf- und bei Son-nenaufgang untergeht, und er ist also daun die ganze Nacht sichtbar. Daer nun aber des Abends immer später aufgeht, so kommt es dahin, dafser zuletzt nur noch in den letzten Nachtstunden vor Sonnenaufgang gese-hen wird, bevor er uns, als Neumond, ganz verschwindet.

§. 16.

Der Mond ist eine Kugel, die zwar Unebenheiten wio die Erde,iber nicht wie diese eine Abplattung zeigt. Wenigstens haben die genaue-