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wo er wieder denselben Grad der Länge erreicht; die Ursache dieses klei-nen Unterschiedes ist das langsame Zurückweichen der Nachtgleichenpunkle.Gröfser ist der Unterschied, wenn man den Umlauf bis zu dem Punktezählt wo er, von der Erde aus gesehen, wieder hei der Sonne steht.Denn da diese in der Zwischenzeit eines Umlaufs fast um ein ganzes Zei-chen (30 Grad) am Himmel fortgerückt ist, so mufs der DIond, um die-sen Stand zu erreichen, noch 2 T. 5 St. — Min. 51y Sek. anwenden,mul dieser sogenannte synodische Umlauf währt 29 T. 12 St. 44 Min.2f Sek. Diese Werthe sind kleinen Veränderungen unterworfen: im Win-ter ist der siderische Umlauf einige Minuten kürzer, der synodische aberum mehrere Stunden länger als im Sommer, und vor 2000 Jahren warjeder dieser Umläufe £ Sekunde länger als jetzt.
Weit gröfser noch ist die Veränderlichkeit der Knotcnlage und desPerigäums (§. 6.). Der Ort des crstcren verändert sich so rasch, dafser schon nach 18 Jahr. 218 T. 21 St. 22 Min. 46 Sek. um den ganzenHimmel herum gewandert ist und also wieder da steht, wo im Anfänge.Das Perigäum wandert noch schneller, nämlich schon in 8 Jahr. 310 T.13 St. 46 Min. 53 Sek. um den Himmel herum.
Die Bewegung des Mondes geht von West nach Ost, d. h. vonrechts nach links, wenn man das Auge nach Süden richtet. Dies ist iniAllgemeinen auch die Richtung der Bewegung aller übrigen Monden undPlaneten des Sonnensystems. Die Bewegung seines Perigäums erfolgtgleichfalls von West nach Ost, die seines Knotens aber umgekehrt vonOst nach West.
§• 14.
Die angeführte Veränderlichkeit der Elemente der Mondshahn isteine Folge der Einwirkung der Sonne, die übrigens noch viele andere ein-zelne Störungen (§. 7.) im Mondslaufe veranlagt, so dafs er nie einenrein elliptischen Umlauf beschreibt. Die Hauptwirkung der Sonne kommtnämlich im Wesentlichen darauf hinaus, die beiden Körper, wenn sie ineiner graden Linie mit ihr stehen, gleichsam auseinanderzuziehen, undumgekehrt sie einander zu nähern, wenn sie mit ihr ein rechtwinkliehesDreieck bilden. Indcfs ist dies weniger in der Entfernung seihst, sondernmehr in dem dadurch beschleunigten oder verzögerten Laufe des Mondeszu bemerken. Aber noch auf manche andere Art wird durch die Einwir-kung der Sonne der Ort des Mondes, thcils mittel- thcils unmittelbar,verändert. Die Excentricitüt der Erdbahn, die Neigung ihres Äquators,selbst die Abplattung der Erdkugel veranlassen Störungen des Momllaufsbald von kürze™, bald von längern Perioden, und alles dieses verwickeltsich in der Praxis dermafsen, dafs die Aufgabe: den Mondort genau zubestimmen, den Bemühungen der grüfsten Gelehrten Jahrtausende hindurchTrotz bot, und erst in unsern Tagen durch den aufserordentlichen Scharf-sing Laplace s, Hansens und anderer Analysten zum Ziele geführtist. Von den fast unermcfslichen Schwierigkeiten der Mondstheorie, diealles was in anderen Anwendungen der höhern Mathematik vorkommt,