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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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man die Neigung dieser Ebenen gegen einander. So haben z. B. dieEbenen der Bahnen Bämintlicher Planeten gegen die Ekliptik eine kleinereoder grüfsero Neigung ; und die Ekliptik selbst bat eine solche gegen denÄtpialor, die gegenwärtig 23° 27' 36" beträgt und auch Schiere derEkliptik genannt wird. Von dieser Schiefe hängen die Jahreszeiten, sowie die ungleichen Tageslängen und andere damit zusammenhängende Er-scheinungen ab.

Die Lage einer Ebene gegen eine andere ist also bestimmt, wennman ihre Neigung und einen ihrer Knoten bestimmt hat. Ist eine derbeiden Ebenen veränderlich (wie dies z. B. bei der Ebene der Monds-bahn in sehr beträchtlichem Mafse der Fall ist) so mufs auch ihre Nei-gung gegen eine andere Ebene, oder ihr Knoten, oder beides, zugleich,sich verändern.

Alle bis hieher erläuterten Begriffe beziehen sieh auf das unmit-telbare Wahrnehmen der Erscheinung, also auf die Form, in wel-cher die Beobachtungen angeslellt und ausgedrückt werden. Im Folgendenwird von denjenigen die Rede sein, welche sich auf die aus jenen Beob-achtungen abgeleiteten wirklichen Verhältnisse der Körper und ihrerBahnen beziehen.

§ 5.,

Jeder Körper übt auf jeden andern Körper eineanziehende Kraft aus. Die Quantität dieser Kraft,d. li. die Gröfse, um welche ein Körper in gegebenerZeit den andern aus seiner (ursprünglich gradlinigtgedachten) Bewegung heraus und nach der Seite desanziehenden hin versetzt, verhält sich direkt wie dieMasse des anziehenden Körpers und umgekehrt wiedas Quadrat der Entfernung beider Körper.

Dies ist das von ISewlon entdeckte Grundgesetz de3 Weltsystems,auf welchem allein unsre ganze Astronomie beruht, und mit welchemsie steht uml fällt *). Nur durch dasselbe sind wir iu den Stand gesetzt,

*) Auch noch in unsovn Tagen liat cs nicht nn Schriftstellern gefehlt, welche an die-sem einen und ewigen Grundgesetze des Weltsystems zum Ritter werden wolltcu und aller-lei heheingründe, freilich nur für solche die der Sache nicht kundig sind, dagegen geltendzu machen gesucht haben. - Mit einer Widerlegung aller dieser grüfstentheils ganz wi-dersinnigen Behauptungen kann kein Astronom seine kostbare Zeit verschwenden, sondernihren Urhebern blos zurufen: studirt gründlich Mathematik, fuhrt selbst astronomisch»Berechnungen aus, und ihr werdet euch seihst widerlegen! Nur einen* Mifsverstamlcdom man häufig begegnet, möchte ich durch diese Anmerkung noch Vorbeugen, IndemJYetvton das Wort Attractio n (Anziehungskraft) für diese Grundkraft wählte, wollteer, wie or ausdrücklich hinzufugt, nicht ihr inneres Wesen erläutern. Pi«a ist auchganz und gar nicht Sache der Astronomie, die für sich nichts bedarf und fordert, alsdas Gesetz der Wirkungen dieser Grundkraft. Mag die Metaphysik cs versuchenzu jenem ersten Ziele zu gelangen. Ihr Resultat sei welches es wolle: das ISeivton seheGesetz, wie es oben ausgedrückt worden, wird mit demselben bestehen, denn cs betrach-tet die Anziehungskraft als eine Thatsache, die sich in der Erscheinung bewahrheitet; cs