die nördliche oder südliche Lage unterschieden werden mufs. Gewöhnlichbezeichnet man die crstere mit -j-, die letztere mit —. Ein Punkt desHimmels ist also bestimmt, sobald man seine grade Aufsteigung und Ab-weichung bestimmt hat.
Von der Ekliptik aus zählt man ebenfalls nach jedem ihrer Polezu 90 Grad, und nennt dies die Breite, die ebenfalls nördlich oder südlichist. Bei der Erde hingegen, so wie bei den übrigen Weltkörpern, wennman sie einzeln nach ihren Obefflächentheilcn betrachtet, beziehen sich dieAusdrücke Länge und Breite auf ihre Agitatoren; auch wird hier die Längenicht immer um den ganzen Kreis herum, sondern von einem angenomme-nen ersten Meridian aus nach Osten und Westen gleichzeitig gezählt.
Im Systeme des Horizonts entsprechen den Ausdrücken Längeund Breite die Benennungen Azimuth und Höhe. Erstem zählt manvom Südpunkte herum nach Osten und Westen; letztem vom Horizontaus an irgend einem Verlikalkreise zum Zenith hin. Bei der umgekehrtenArt, wo man vom Zenith an gegen den Horizont zählt, tritt die Bezeich-nung Zenilhdistanz an die Stelle der Höhe.
Aufscr der Beziehung auf einen festen Anfangspunkt der Zählungmufs aber jede solche numerische Ortsbestimmung auch auf einen bestimm-ten Mittelpunkt (Standpunkt) sich beziehen. Dieser Standpunkt ist jeder-zeit einer der Weltkörper und zwar sein Cenlrum, daher die Benennungengeocentrische, beliocentrisclie, jovicentrische, selenocentrische Längen,Breiten, Declinationen u. s. w., wenn sie auf den Mittelpunkt der Erde,der Sonne, des Jupiter, des Mondes etc. bezogen werden. Sind esnicht Bestimmungen an der Himmelskugel, sondern auf der Oberflächeeines einzelnen Weltkörpers, z. B. der Erde, des Mondes, des Mars,so setzt man statt centrisch . . . graphisch, und so spricht man von geo-graphischer, s eleu o graphischer, a reo graphischer etc. Länge und Breite.—Es leuchtet ein, dafs ein Körper von der Sonne aus gesehen an einemganz anderen Orte zu stehen scheinen mufs als von der Erde aus, unddafs also die Hinzufügung dieser Bestimmungen, zum richtigen Verständ-liifs unentbehrlich ist. Unsre Beobachtungen können uns unmittelbarnur die geo Centrischen Bestimmungen geben, streng genommen aber auchselbst diese nicht, da abgesehen von anderen Verbesserungen, die hiernicht erörtert werden können, jede Beobachtung nicht vom Mittelpunktder Erdkugel aus, Sondern von irgend einem Ort auf ihrer Oberfläche ge-macht wird. Die hieraus entstehende Abweichung ist zwar für die mei-sten Weltkörper von geringer Bedeutung, aber grade für den unsrer Be-trachtung zunächstliegenden, den Mond, sehr erheblich. Man nennt dem-nach die an einem bestimmten Orte z. B. Berlin, beobachtete Rectascen-sion oder Deklination die scheinbare, dagegen die (durch Rechnung)auf den Mittelpunkt zurückgeführte, die wahre geocentrische.
§. 4 .
Den Winkel* welchen die Ebenen zweier gröfsten Kreise und alsoauch ihre Axen im Mittelpunkte der Kugel mit einander machen, nennt