Druckschrift 
Die Wahrscheinlichkeitsrechnung und ihre Anwendung auf das wissenschaftliche und praktische Leben
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68 Zweiter Theil. Erster Abschnitt. Viertes Capitcl.

von 4 Personen„ 6„ 810,> 26„ 50„100

??5?Z??))?5?

Majorität.

Minorität.

Verhältniß.

3

1

1 : 3,00

4

2

1 : 2,00

5

3

1 : 1.67

6

4

1 : I 50

14

12

1 : I 17

26

24

1 : 1 08

51

49

1 : 1.04 .

§. 36. Dieses Schema zeigt indcß deutlich, daß für einenund'denselben Unterschied zwischen beiderlei Stimmen, deren Ver-hältnis; bei zunehmender Anzahl der Stimmenden sich überhauptimmer mehr der Einheit nähert, die Em"'cidungcn selbst destounsicherer ausfallen müssen, je stärker dU Gesellschaft wird.

Dasselbe wird der Fall sein, wenn statt 2 eine größere Zahlals Unterschied zwischen Minorität und Majorität festgesetzt wäre;z. B. ist 3 diese Grenze, so wird man haben bei einer Gesell-schaft

Majorität.

Minorität.

Verhältniß.

von 5 Personen

4

1

1 : 4,00

„ 9 -z

6

3

1 : 2,00

' „ 15

9

6

1 : 1.50

?z 85 z.

44

41

1 : 1.07,

folglich wieder die vorhin erwähnte Annäherung des Verhält-nisses zur Gleichheit. So lange also dieser arithmetische Unter-schied derselbe bleibt, desto geringer wird dann der Werth unddie Sicherheit der Majorität, je zahlreicher die Gesellschaft wird.

Es muß daher jede Versammlung, die einen arithmetischenUnterschied zwischen beiderlei Stimmen als Grenze festsetzen will,eine möglichst kleinste sein, will sie anders werthvolle und sichereEntscheidungen mittelst Majorität erhalten.

§. 37. Da jedoch eine kleinere Versammlung für die vonihr zu vertretenden Interessen natürlich weniger Garantie alseine größere Corporation gewähren kann; so wird deshalb unddem Obigen zufolge statt des arithmetischen Unterschiedes immerein gewisses geometrisches Verhältniß der Minorität zur Majori-tät als Grenze anzunehmen sein, d. h. jede Gesellschaft mußfestsetzen, daß bei nur unbedeutender Stimmenmehrheit eine Ent-scheidung durch die Majorität noch gelten solle, sobald letzterewenigstens zwei, drei, vier Mal, u. s. w. so groß als dieMinorität sei. Sei z. B. als kleinste noch geltende Stimmen-mehrheit diejenige, welche 2 Mal größer als die Minorität ist;so wird man baben bei einer Gesellschaft