Druckschrift 
Die magnetische und electrische Kraft in ihrer Anwendung überhaupt und als Ersatzmittel der Dampfkraft dargestellt
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

37

Indessen bleibt es doch immer eine sehr unsichere Suchemit dieser Heilmethode. Den Beweis dafür liefert dieThatsache, daß man, trotz alles Streitens, noch heute kei-nen schlagenden Grund für die Richtigkeit der Behauptunganführen kann, daß der, aus den besondern Eigenschaftender natürlichen und künstlichen Magnete abzuleitende mi-neralische Magnetismus von dem, zu Ende des acht-zehnten Jahrhunderts in Ruf gekommenen thicrischenoder animalischen Magnetismus wesentlich, d.h. seinernatürlichen Grundlage nach, verschieden sey. Dieser thic-rische Magnetismus wird von seinem Erfinder, dem schwei-zerischen Arzte Anton Mesmer, auch Mesmerismusgenannt. Mesmer selbst und seine unmittelbaren AnHan-ger waren außerordentlich für dieses Heilmittel eingenom-men. Allein es war dabei auch viel Schwärmerei undCharlatanerie mit im Spiele. Mesmer hatte sich schonseit l77Z zu Wien mit Euren beschäftigt, die auf mine-ralischen Magnetismus gestützt waren, indem er krankhastafficirte Theile nach gewissen Richtungen mit Magnetenbestrich, oder die leidenden Theile damit in dauernde Ver-bindung brachte, wobei er bei nervenschwachen Personeneine Menge ganz eigener Erscheinungen beobachtet habenwollte. Er stellte die Vermuthung auf, daß die Magnct-stäbe nicht blos durch ihre eigene Kraft, sondern als Leitereiner von seinem eigenen Korper auf den Kranken ausge-henden Kraft wirkten. Die Bestätigung für diese Vermu-thung leitete er daraus ab, daß, seiner Versicherung nach,dieselben Erscheinungen stattfanden, wenn er ohne Magnetmit seinen blosen Händen vom Kopfe des Kranken wieder-holt nach den Füßen heruntcrstrich, oder auch in einigerEntfernung vom Kranken diese Bewegung machte. Die