Druckschrift 
Die magnetische und electrische Kraft in ihrer Anwendung überhaupt und als Ersatzmittel der Dampfkraft dargestellt
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

21

Entdeckung des Elektromagnetismus bekannt geworden warund man wußte, daß eine im Multiplicatorseinem spi-ralförmig gewundenen Kupferdraht sreischwebende Magnet-nadel durch drn electrischen Strom aus ihrer natürlichenRichtung abgelenkt wurde, und zwar nach der Richtungdes Stromes entweder östlich oder westlich, lag der Gedankesehr nahe, statt der Wasserzersetzung dieses Mittel zurTelegraphie anzuwenden. Der Erste, welcher diese Ideefesthielt und auch ausführte, war Ampere, wie Ritchieder Londoner Societät den 12. Febr. 13ZV anzeigte. DieAblenkung der Magnetnadel durch den electrischen Stromkonnte hierbei auf doppelte Art hervorgebracht werden: ent-weder durch die voltaische Säule oder durch Znduction.Man hatte nämlich, wie schon früher erwähnt wurde, ge-funden, daß die durch einen Multiplicator strömende Elec-lricität Magnetismus in seinem Innern erzeuge, und Faradayhatte, wie er der Londoner Societät den 24. Novbr. 1831berichtet, dieses Verfahren umgekehrt und durch den Magne-tismus im Innern eineS solchen Multiplikators Electricitätin demselben hervorgerufen, welcher Electricität er den Na-men Magnetelectricität oder Electricität durch Znductionbeilegte.

Es giebt jetzt überhaupt vier im größern Maßstabeausgeführte Telegraphen; der erste stammt von Gauß undWeder in Göttingen, der zweite von Sleinheil in Mün-chen, der dritte von Whoatstone in London und der viertevon Morse in Amerika. Gauß und Weber haben dasVerdienst, im Jahre 1333 den ersten einfachen galvano-magnetischen Telegraphen wirklich hergestellt zu haben. Siehatten von dem physikalischen Kabinette aus über die Häu-ser und Thürme von Göttingen bis zur Sternwarte eine