Druckschrift 
Die magnetische und electrische Kraft in ihrer Anwendung überhaupt und als Ersatzmittel der Dampfkraft dargestellt
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

nannten Leidener Flaschen durch einen Docht von betracht-licher Lange, wobei die Pleiße einen Theil der Verbindungherstellte. Ebenso bracht- Le Monnier zu Paris Erschüt-terungen durch eine Drahtlänge von 12,000 Fuß hervor,und Watson in London dehnte den Versuch der Entladungauf eine Strecke von vier englischen Meilen aus, wo zweiMeilen Draht und zwei Meilen trockenes Erdreich die Kettebildeten, was auch nach dem Zeugniß von Humbold durchBerancourt im Jahre 1798 geschah, welcher eine solcheDrahtkette von Aranjuez nach Madrid zog und dadurchdie Entladung einer Leidener Flasche vornahm. Alle dieseVersuche haben ganz deutlich gezeigt, daß man durch dieReibungselectricität auf sehr große Entfernungen hin Zei-chen geben kann und daß durch Vergrößerung der'LeitungS-kette keine große Verminderung der elcctrischen Kraft ent-steht; jedoch ist die Construction solcher Telegraphen wegenUnsicherheit der Entladung und wegen der Schwierigkeit,die in die Erde eingesenkten Drähte zu isolircn, wenig aus-geführt worden.

Die neuere Zeit hat ein bei weitem besseres Mittel zumTelegraphiren in der Anwendung der Berührungselectricitätoder des Galvanismus gegeben. Sömmering stellte zuerstim Jahre 1807 in München im Gebäude der königlichenAcademie einen galvanischen Telegraphen her, indem erdurch die voltaische Säule Wasserzersetzungen in kleinenFläschchen vornahm, die mit den Buchstaben K,2 undmit den Zahlen 0 9 bezeichnet waren, und in welchendas Aufsteigen der Luftblaschen des zersetzten Wassers alsAeichen dienen sollte. Jedoch fand auch diese Entdeckungwegen der vielen und langen Drähte, bei großen Entfer-nungen keine Anwendung. Erst als Oerstedt's wichtige