II
17. Jahrhunderts gemachten Erfahrungen lehrten, daß nichtnur daS Eisen, wenn es der Luft ausgesetzt sey, mit derZeit zum wirklichen Magneten werde, sondern auch durcheine künstliche Behandlung, wie durch Streichen mit na-türlichen Magneten, durch das Glühen und Abkühlen,durch Hämmern u. dergl. magnetisch gemacht werden kön-ne. Hierdurch ward der Weg zur Erfindung künstlicherMagnete gebahnt. Neaumur machte im Jahre 1723 zu-erst seine Beobachtungen über die Mittel bekannt, wodurchman daS Eisen ohne Magnet magnetisch machen könne,welche Beobachtungen Du Fay von 1728 — 1781 fortsetzte.Er hing nämlich 172S eine Eisenstange senkrecht auf, schlugmit dem Hammer an da« eine Ende derselben und sogleichwechselten die Pole derselben ab, das geschlagene Ende,welches vorher ein Südpol war, wurde ein Nordpol undso umgekehrt.
Man wendet zu den künstlichen Magneten ausschließ-lich harten Stahl an, indem Eisen und weicher Stahl denMagnetismus zwar leichter annimmt, aber auch sehr baldwieder verliert, so daß man keine bauerhaften Magnetedaraus erhalten kann, was auch schon Clairaut 1723 zeigte.Die Erfindung des Streichens mit natürlichen oder schongebildeten Magneten ward höchst wahrscheinlich von weh»reren Gelehrten zugleich gemacht, da man sie nicht nurdem Franzosen Jeblot und dem Engländer Savery zu-schreibt, sondern auch Eastelli von seinem Lehrer Galileierzählt, dieser habe sich schon in seiner Jugend mit Ver-fertigung von künstlichen Magneten beschäftigt und einenMagneten zu Stande gebracht, der nur sechs Unzen wogund 15 Pfund trug. Doch ist Savery wenigstens der Er-finder des sogenannten Doppelstrichs; d. h. er zuerst setzte