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Suppl. [1] (1908) Das Archiv Gutenberg
Entstehung
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Von Prof. Dr. J. Loserth.

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Das dritte der in Rede stehenden Bücher ist ein fürst-lich Eggenbergscher Briefsteller. Er enthält im ganzen auf120 Blättern (eine Anzahl ist unbeschrieben) verschieden-artige Formulare, die aber insgesamt Urkunden und Briefedarstellen und aus der Kanzlei des Fürsten Johann Seyfried(f 1713) Herzogs von Krumau und Fürsten von Eggenbergstammen. Die meisten Akten und Korrespondenzen gehörenden Siebziger Jahren des 17. Jahrhunderts an. Dem Ur-sprung der Handschrift entsprechend behandelt die Mehrzahlder Stücke Dinge, die auf die Eggenbergschen Herrschaften,und zwar auf die in der Nähe von Graz bezugnehmen: Gösting.Thal, Stübing, Waldstein, Schlierhof, Straß, Radkersburgu. s. w.

Gegen 40 Nummern betreffen den Herzog und seinenBesitz, ungefähr 6 den Landeshauptmann, gegen 20 sind anAnwälte und Verwalter, einige an die Regierung, eine be-deutende Zahl an geistliche Körperschaften, wie das Erz-bistum Salzburg, Abtei St. Lambrecht u. s. w., viel mehr nochan Städte und Märkte gerichtet. Unter den urkundlichenStücken finden sich Kontrakte, Bittzettel, Gerichtssachen.Landgerichtsfrevel, Kaufbriefe, Zessionen, Reverse, Schenkungs-urkunden, Geburtsbriefe, Vollmachten, Vergleiche u. s. w.Die wenigsten haben das Datum, doch fehlt es nicht andatierten Stücken. In den einzelnen Nummern darf man keinenhochpolitischen Inhalt erwarten, aber sie alle geben einegute Ansicht von den Zeitverhältnissen und vom Leben inden adeligen und bürgerlichen Kreisen des Landes. In demCodex liegen einige Konzepte von Urkunden und Briefen.So quittiert Anna Franziska Gräfin Leslie in einer Quittungde dato Brünn 1672, Januar 13 über eine Summe von26.000 fl., wobei man sich erinnern wird, daß die Schwesterdes letzten männlichen Sprossen des Eggenberger Fürsten-hauses Marie Anna Eleonore mit einem Leslie vermählt warund solche Dokumente sich demnach in die fürstlich Eggen-bergsche Kanzlei verlieren konnten.

Ein vierter Band enthält den „Universal-Landtag“, sodie F. Dt. Ertzherzog Carl zu Österreich mit Steyer, Kärndten,Crain und Görtz zu Pruck an der Mur gehalten im Jahr1578“. Er faßt 255 Blätter in Folio, stammt aber nicht ausdem Archive, sondern aus der Bibliothek zu Gutenberg undwird daher dorthin zurückzustellen sein. Wir bemerkenübrigens, daß sich Exemplare dieses Buches auch sonst imhiesigen Landesarchive und ebenso in der Haudschriften-

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