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Ueber die Einrichtung und Behandlung von Chronometern, Pendel- und Feder-Uhren
Entstehung
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Allem die Elasticität der Unruh-Feder geändert, und zu gleicher Zeit die Com-pensations-Unruhe affizirt, somit beide diese Stücke in allen ihren Thcilen gestört.Zweitens wird aber das Volumen Luft, welches den Kasten oder das Gehäuse desChronometers unter 60° Temperatur erfüllte, durch die niedere Temperatur aufdem Verdecke bedeutend zusammengezogen ; in den leeren Raum, der dadurch ent-steht, strömt die den Chronometer jetzt umgebende Lust ein, und legt alle die fei-nen Salztheilchen, mit denen sie geschwängert ist, auf die Unruh-Feder ab, einUmstand, der durch nachheriges Rosten dem Gange der Uhr sehr schädlich seynkann. Eine ebenfalls sehr nachtheilige Rückwirkung findet Statt, wenn der Chro-nometer vom Verdecke wieder zurück in die Cajüte gebracht wird.

Am Bord soll der Chronometer so viel möglich gleichmäßiger und bestän-diger Temperatur ausgesetzt seyn, und sich an einem Orte befinden, wo die Schwan-kungen des Schiffes, so weit dieß möglich, am wenigsten fühlbar sind. Er sollnicht in Cajüken bewahrt werden, wo bloß des Nachts Feuer unterhalten wird,und daher ein bedeutender Wechsel von Temperatur Statt findet. Wird er einge-packt, um gegen Stöße und schnelle Tcmperatur-Aenderungen geschützt zu werden,so geschieht dieß am besten in Roßhaar, da es weniger hygrometrisch, als diemeisten anderen hier anwendbaren Stoffe ist-

Ein Taschen-Chronometer soll nicht mit dem Glase oder auch mit seinerRückseite auf eins harte Fläche, z. B- einen Tisch gelegt werden, weil durch dieBewegung des blolmppemrmt solche Flächen in Schwingungen gebracht werden,die dann störend auf den Gang rüekwirken.

Wird einBox-Chronometer transportirk, so ist immer früher die Compaß-Su-spension aufzuheben, und dieselbe überhaupt nur am Bord eines Schiffes in Tätig-keit zu setzen, wenn der Chronometer einmal anOrt und Stelle ist. Der Trans-port ist immer nur sehr verläßlichen Leuten anzuvertrauen, und überhaupt daraufzu sehen, daß der Chronometer stets in derselben Lage, also nicht ein Mal horizon-tal, das andere Mal vertikal getragen, und besonders vor jeder drehenden Be-wegung in der Ebene der Unruhe behütet werde. Auf dem Lande, selbst bei län-geren Reisen im Wagen, ist die Suspension stets zu sperren. Längstens alle dreiJahre soll ein Chronometer von einem geschickten Uhrmacher gereinigt und frischgeöhlt werden. Die Vcrsäumniß dieser Maßregel stört nicht nur den Gang, sondernist selbst dem Werke sehr schädlich. Erst einige Wochen nach einer solchen Reini-gung kann man die alte Gleichförmigkeit des Ganges wieder verlangen, da jeneOperation stets gewisse Veränderungen erzeugt, die sich erst nach einiger Zeitbleibend ausgleichen.

Das Ablaufen eines Chronometers, so wie überhaupt jeder Uhr, an derengleichförmigem Gange gelegen ist, muß man sorgfältig zu vermeiden suchen, dadadurch häufig auf mehr als eine Woche hin Störungen erzeugt werden. Manwird deßhalb gut thun, Chronometer stets in kürzeren Zwischenräumen aufzu-ziehen, als sie eigentlich fortgehen, also in 24 Stunden zweimal, wenn derChronometer 3o Stunden gehet, oder täglich, wenn er zwei Tage lang geht.Mit dieser Vorsicht wird man jenem Uebelstande in den meisten Fällen vorbeugen.