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vergeudete. Zu ihrer Schwiegertochter führte sie keinBand, die beiden Frauen standen sich feindlich gegen-über. Maria sah zum ersten Male Mutterfreuden ent-gegen, Wilhelm hatte schon im August seiner Befrie-digung Ausdruck gegeben, einen Sohn erwarten zudürfen 1 ). Er gab sich in Dieren, wo er gern weilte,seiner Lieblingsbeschäftigung, der Jagd, mit Leiden-schaft hin, war Tag und Nacht im Busche, bis er plötz-lich erkrankte. Man brachte ihn auf seiner Yacht überRhein, Leck und Maas nach dem Haag, wo die Kinder-pocken bei ihm ausbrachen. Maria wurde nicht zu ihmgelassen, um sie vor Ansteckung zu bewahren. Wilhelmschien der Krankheit Meister zu werden, da kam einRückfall, man rief Amalie herbei, am Sterbebette trafensich Amalie und Maria. Beider Schmerz war wohlnamenlos, als Wilhelm, ihre Hoffnung, am 6. November1650 nach achttägigem Kranksein abends gegen 9 Uhrstarb 2 ). Er war nur 24 Jahre, 5 Monate, 10 Tage altgeworden. Amalie hatte den Sohn nicht mehr lebendangetroffen, der Prediger Stermont war ihr entgegengeeilt, hatte ihr den Ausgang gemeldet und sich un-fähig erklärt, sie zu trösten. Da raffte sich die insHerz Getroffene auf und erwiderte dem Prediger: „Solange ein Gott im Himmel ist, habe ich genug Stoffzum Tröste. Es hat Gott beliebt, das Haus Oranienzu strafen. Bitte ihn, daß es dabei bleiben möge.“ 3 )
Wilhelms frühzeitiger Tod war für die Republikund für Europa von hoher Bedeutung. Clarendon sagtin seiner Geschichte der englischen Revolution, der Hofvon Madrid habe seine Freude über das Verschwindendieses Feindes nicht verbergen können. Es war also
') Brief an einen Ungenannten, Haag, 26. August 1650. Groen.
2 ) Zerbst. A. 7 b. Nr. 129.
3 ) De Voratinnen van bet hnis van Oranje-Nassau (s. oben).
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