III. Abschnitt.
FImalie und Wilhelm III.
1. Kapitel.
Die Uormundsehaffsfrage.
D em oranischen Hause fehlte seit Wilhelms II. Toddas Haupt, umsomehr als es an Prätendenten nichtfehlte, die es sein wollten. Da waren Amalie und Maria,diese zwei nächstberechtigten so grundverschiedenenFrauen, da war der ehrgeizige Statthalter von Friesland,Wilhelm Friedrich von Kassau-Diez, der auch in GroningenStatthalter geworden war und dem Amalie mißtraute;Sommelsdyck sprach dem Grafen ganz offen aus, daßauch er an seiner Uneigennützigkeit zweifele. Es warnaturgemäß, daß der latente Kampf zwischen Schwieger-mutter und Schwiegertochter jetzt zum Ausbruchekommen mußte, wo Wilhelm II. seine Frau nicht mehrschützen und den Angriff nicht mehr von ihr abwehrenkonnte. Amalie klagte laut über die englischen Yellei-täten Marias und ihrer Partei und suchte die Güterihres Sohnes der Witwe zu entreißen, um sie nicht imInteresse der Stuarts verbraucht zu sehen; in ihrenleidenschaftlichen Anklagen vergaß sie ihre eigene Würdeals Fürstin und als Frau. Obwohl sie Constantin Huygensschlecht behandelt hatte, wurde er ihr bester Ratgeber
’) Haag, 10. Dezember 1650. Groen.