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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
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I. Abschnitt.

Amalie und Friedrich Heinrich.

1. Kapitel.

Die 3ugencl.

G iefe Nacht liegt über der Landschaft an der Lahn;

es ist ein Waldparadies an den Ansläufern desTaunus, über dem Städtchen thront ein imposantesBergschloß, von dessen Zinnen der Blick weithin insSolmser Land schweift. Es ist Nacht, eine sturm-gepeitschte Nacht, der Donner hallt unheimlich durchdie weiten Hallen des Schlosses. Ich trete unter dasefeuumsponnene Portal und blicke hinaus in die Dunkel-heit, die der Blitz oft mit weißblauem Lichte grelldurchzuckt; märchenhaft schön hebt sich dann dergeräumige Hof ab, die großen Freitreppen springenvor, stolz, wie ein Schutzherr seine Umgebung, über-ragt alle die hohen Gebäude der gewaltige Bergfried.So steht heute noch Schloß Braunfels, die WiegeAmaliens, unter des Bergfrieds Obhut wie damals, alssie hier zur Welt kam.

Wogen strahlenden Sonnenscheins fluten durch dieFenster der sogenannten neuen Kirche zu Delft in denNiederlanden, einer Kirche aus dem fünfzehnten Jahr-hundert, welche die Mitglieder des in der Geschichtewohl einzig dastehenden Geschlechts der Oranier seitAV ilhelm dem Schweiger in ihren Grüften birgt. Delft,die Geburtsstadt von Amaliens Gemahl, ist das Escorial

Kleioschmiilt, Amalie von Oranien. i