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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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Brasset recht wohl, daß auf ihren wetterwendischenSinn nicht zu bauen war, und als er erfuhr, daß siedem schwedischen Gesandten ihre große Neigung zuSpanien ausgesprochen hatte, wunderte ihn dies nicht; ermeinte vielmehr:Wenn ein neuangekommener Fremd-ling dies sogleich erkennt, wie sollten da diejenigen,die sie alltäglich sehen, kein Urteil haben! Wil-helm II. bedurfte der Unterstützung Frankreichs undstand, während die Wirren des Bürgerkrieges dies Landzerfleischten, ganz auf seiten der Krone. Hierfür dankteihm Mazarin in Briefen vom 3. März und 20. Mai 1649aus St. Germain-en-Laye und Compiegne 1 ). Ebensodankte ihm Anna von Oesterreich am 24. März 1650 ausDijon 2 ). Auch Staatsrat Brasset sprach ihm den DankLudwigs XIV. aus, und Ludwig bat Wilhelm, unterneuen Danksagungen für seine Liebe, den Rebellen dieAushebung von Truppen gegen die Krone in der Re-publik unmöglich zu machen 3 ). Mazarin sandte einenEdelmann an Wilhelm, um ihm seine freundschaftlichenGesinnungen auszudrücken, und ließ ihm mitteilen, daßder Herzog von Lothringen, für den Wilhelm sichlebhaft interessierte, sich nun mit dem Könige verein-baren wollte 4 ).

Den Mißhelligkeiten zwischen Wilhelm II. und derOpposition folgte schließlich ein offener Krieg. Wil-helm mußte an die Waffen appellieren. Einer derselbstbewußtesten seines großen Hauses, konnte er den

>) Mit eigenhändiger Unterschrift. Originale. Zerbst. A. 7 b.Nr. 96. Negotiationen mit Frankreich. 1634/1650.

2 ) Ganz eigenhändig. Original. Ebenda.

3 ) Ludwig an Wilhelm, Paris 4. März und 13. Mai 1650. Originale.Zerbst. A. 7 b. Nr. 93. Staatssachen, Frankreich betr. 1634/1650.

J ) Mazarin an Wilhelm, Dijon, 7. April 1650. Original miteigenhändiger Unterschrift. Ebenda.

Kleinschmidt, Amalie von Oranien.

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