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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
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Das zweite Exemplar dieses Briefes, von andrerHand geschrieben, deutlicher und orthographisch besser,trägt die UnterschriftMademoiselle

de Yostre Altesse

le tres humble et tres

obeisant serviteur

und die AdresseA Son Altess Mademoisel La prinseseHenriete d'Orange. A la Ilaye; es ist mit einemPhantasiewäppchen versehen. Das dritte, auf großemFormate besser geschriebene Exemplar trägt auf derRückseite die Anmerkung von der Hand einer Enkelin:Letres du Roy Charl dAngleter ecrite a la PrincesseDouairiere d'Orange Madame ma gran mere.

Ein entthronter Fürst konnte Amaliens Ehrgeiz keinwünschenswerter Freier für eine ihrer Töchter erscheinen,und so unterblieb die Verbindung, obwohl Karl II. auchspäter noch in Briefen an Amalie seinem Wunsche Aus-druck gab 1 ).

Die Zustände in Holland mißfielen Amalien über dieMaßen, alles ging ja gegen ihren Wunsch und sie sagtezu Brasset, sie sei höchlich davon degoutiert, sie sehenur regellose Konfusion, keine Übereinstimmung undHaltung. Sie klagte über den Undank der Republikfür die Wohltaten des Hauses Oranien, Brasset stimmteihr warm bei und sah mit Freude ihre Abneigung gegenSpanien; im Friedensschlüsse erblickte sie die Wurzeldes Übels, im Heile und in der Größe ihres Sohnesallein die eigene Wohlfahrt; von Brun sprach sie mitMißtrauen, ja mit großer Mißachtung 2 )- Doch wußte

*) Kleinschmidt, Episoden aus dem Leben der Mutter desAlten Dessauers inMitteilungen des Vereins für Anhalt. Geschichteund Altertumskunde, Band X, 1. Heft. Dessau 1904.

! ) Brasset an Mazarin, Haag 11. und 18. Januar 1650. Groen.