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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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die nach Rechts wegen nur für ihren Herrn Sohnnehmen und beanspruchen durfte, dabei ihre Rechnunggefunden habe. Die französischen Diplomaten bliebenvoll Mißtrauen gegen Amalie und sahen mit Betrübnis,wie ihr Sohn seine Kräfte in Ausschweifungen vergeudete.Am 5. Juni 1648 wurde der Westfälische Brieden imHaag bekannt gemacht, Freudenfeuer und andre Be-weise der Zufriedenheit gaben Zeugnis davon, wiesehr ihn die Nation ersehnt hatte. La Thuillerie undEstrades reisten heim 1 ), und Brasset schrieb an Mazarin 2 ):Die Frau Prinzessin von Oranien 3 ) hat die HerrenStaaten brieflich zum Frieden beglückwünscht. Siespricht darin den Wunsch aus, das Land möge ebenso-sehr während der Ruhe gedeihen, wie während desKrieges. Dies bot Einigen Anlaß bei der Yerlesungdes Briefes halblaut zu sagen: warum hat sie so sehrauf den Frieden losgearbeitet, wenn sie anerkennt, derStaat gedeihe ebensogut durch den Krieg?

Amalie sah sich in ihren Hoffnungen auf Spanien baldbetrogen, wie uns die Depeschen der französischenDiplomaten zeigen, und näherte sich Frankreich vonneuem. Am 24. Oktober schlossen Frankreich und derKaiser Frieden, die Unruhen der Fronde in Frankreichschienen beendet zu sein und Amalie beglückwünschteBrasset, indem sie abermals betonte, das Glück der Ver-einigten Provinzen wie das ihres Hauses hänge von derWohlfahrt Frankreichs und von der Fortdauer vondessen Freundschaft ab. Ihr Sohn zeigte offen seineAbneigung gegen Spanien, weigerte sich, bei demFriedensabschlusse Geschenke von dort zu nehmen, und

*) Zerbster Archiv. A 7 b, Nr. 114. Memoiren des PrinzenWilhelm II. von Oranien und andre bezügliche Sachen. 1638/50.

2 ) Haag, 15. Juni. Groen.

3 ) Sie war eben in Cleve.