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Neigungen ihres Sohnes zu bekämpfen und sein Glück,wenigstens seine Stellung, zu schädigen . . . Diese Fraukönnte nicht begeisterter noch offener für die Spaniereintreten, denen sie hier bald durch ihre Geschöpfe,bald selbst als Rat und Leiterin dient . . Knuyt, derihr völlig ergeben war, erschien den Franzosen beson-ders bedenklich, sie sahen in ihm „einen Mann ohneWort, ohne Gesetz, ohne Gewissen“ 1 ), und Mazarinfürchtete Knuyts Ansehen bei Wilhelm, der ihm zuschwach gegen seine Mutter schien 2 ). Wie konnteWilhelm sonst zugeben, daß alle Yertrüge, die Amalienoch bei Lebzeiten Friedrich Heinrichs zugunsten desHauses Oranien mit Spanien eingegangen war, Geltunghaben sollten, wie konnte er ihnen beipflichten? Gleichdarauf aber mußten die Diplomaten wieder bemerken,wie kalt Mutter und Sohn einander gegenüber standenund wie feindlich Amalie und ihre SchwiegertochterMarie gegeneinander waren 3 ).
Wir kennen ja den Stolz Amaliens zur Genüge; siefühlte sich nicht nur als die Tochter eines der ältesten Ge-schlechter des Reiches, sondern auch als Prinzessin vonOranien, die sich königlichen Frauen gleich dünkte und imReichtum und Glanze von Gemahl und Sohn den würdig-sten Rahmen eigener Größe sah. Ihre Schwiegertochter,die ihr nie sonderlich sympathisch gewesen sein mochte,Maria Stuart, hatte nun freilich das vor ihr voraus, daßsie die Tochter und Enkelin von Königen war, welchedie ältesten Kronen der Welt trugen, und immer wie-der zeigte sie, wie sie sich als eine Stuart fühlte. DiePrincesse Royale erhob sich oft gegen die Princesse
*) La Tlmillerie an Mazarin, 10. Oktober 1047. Groen.
! ) Mazarin an La Thnillerie, 11. Oktober. Ebenda.
3 ) La Thnillerie an Mazarin, 28. Oktober. Ebenda.