Frage wegen der Übertragung des Schiedsrichteramtesihrer Autorität einen empfindlichen Stoß versetzt hatund daß sie erkennen mußte, daß ihre Unterneh-mungen ihrem Sohne und dem Staate weniger an-genehm seien, als sie sich eingebildet hatte; das hatsie wohl zur Heise (nach Spa) veranlaßt, um einenehrenvollen Yorwand zu ihrer Entfernung von den Ge-schäften zu haben und um sich nach ihrer Rückkehr inihr Haus zurückzuziehen, ehe ein noch größerer Eklatzwischen ihr und ihrem Sohne ein tritt.“
Wilhelm II. hatte gewiß eminente Begabung, vielleichtmehr als jeder zweite Oranier der Geschichte, und anRuhmliebe und Kriegslust gebrach es ihm nicht, aber erjagte zu sehr eitlen Vergnügungen nach und nützte Frank-reichs Interessen wenig. „Wenn er,“ so meinte Servien *),„um seine Autorität zu bewahren, die Hälfte der Müheaufböte, die seine Mutter aufwendet, um sie ihm zunehmen und an sich zu ziehen, so würde er alles, was ernur wollte, im Staate tun. Er ist voll von Abneigungund Eifersucht gegen den unternehmenden Geistseiner Mutter, fürchtet sie jedoch und wagt nicht, siezu verletzen. Sie bereitet ihm gewiß das größte Übel,sie hält zu seinen erklärten Gegnern, die um so dreistersind, da sie ein Mitglied des Hauses, das sie nieder-drücken wollen, für sich haben. Als er neulich diehiesigen Truppen nach Flandern schickte -), spottetesie laut über den Befehlshaber, als er sich bei ihr ver-abschiedete . . . Die Spanier haben die Prinzessin vonOranien durch ihre großen Versprechungen derart ent-zückt, daß sie, um ihnen zu gefallen und den Friedenum jeden Preis zu betreiben, kein Bedenken trägt, die
’) An Mazavin, 19. Juni 1647. Groen.! ) Sie sollten die Grenze sichern.