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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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ich wollte ihr gewiß gern diese Ergebenheit beweisen,doch könnte ein Minister bei seinen begrenzten Befehlennichts über seine Vollmacht hinaus tun; bis jetzt seinie die Rede von der Befragung von Schiedsrichternüber diese Differenz gewesen und so könne ich nichtzustimmen.

Servien ließ es aber hierbei nicht bewenden;er erklärte Amalie, er wolle ihr auf eigene Gefahrhin doch dienen, wenn sie sich seinen Bedingungenfüge. Hierzu war sie bereit. Sie erklärte nun

aller Welt, Servien habe ihr die absolute Ent-scheidung überlassen, ließ die Führer der hollän-dischen Staaten holen, teilte ihnen, was ihr gut dünkte,von Serviens Verhandlung mit ihr mit und erreichteihre Zustimmung. Siegesstolz empfing sie Servien tagsdarauf. Hören wir das Gespräch der beiden Diplo-maten. Sie erklärte ihm, unter großer Freude, sie seiabsolute Herrin der Frage, die Herren Staaten hättenihr das Urteil darin ohne jede Bedingung überlassen.Er aber ließ sich nicht blenden; als sie seine Zustim-mung erhoffte, hielt er wieder zurück und betonte seineverantwortliche Stellung; immer wieder kam sie mitBeteuerungen und beschwerte sich über sein Mißtrauen;er aber sagte ihr bei aller Galanterie ganz trocken,allgemeine Redensarten verpflichteten zu nichts, ermüsse ihren Schiedsspruch ganz und voll kennen, eheer einen Weg mit ihr gehen könne. Rach fünfmonat-lichen Verhandlungen wollte er doch etwas Besseresnach Versailles berichten als die Übernahme derSchiedsrichterstelle durch Amalie. Die so freundlichbegonnene Audienz endete unter Amaliens heftigstenVorwürfen gegen Servien. Er schreibt:Nachdem siemir gesagt, ich behandele sie mit großer Gering-schätzung, fügte sie hundert unverbindliche Dinge hin-