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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
107
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Sieht man nicht deutlich das gegenseitige Mißtrauen?Amalie mißtraut Frankreich und möchte den Rückhaltan Spanien nicht verlieren; Frankreich mißtraut ihrund möchte ihren Sohn in die Tasche schieben! WieAmalien mißtraute Servien auch Knuyt und Pamv, alssie Sympathien für Frankreich kundgaben, doch hätteer ihre Bekehrung gern gesehen; gegen Amalie spracher sich sehr offen aus.Eure Eminenz, so schreibt erdem Kardinale,wird nicht wenig erstaunt sein, zu er-fahren, daß die Frau Prinzessin von Oranien mir als eineEinigungsbedingung mit hiesigem Staate vorschlagen ließ,demselben Dünkirchen zu überliefern. Ich konnte nichtumhin, mich über eine so lächerliche Forderung etwasaufzuregen; ich antwortete, man täusche sich sehr, wennman sich einbilde, wir wären gesonnen, die Treue unsrerAlliierten zu erkaufen, nicht nur nicht mit Dünkirchen,sondern auch nicht mit der kleinsten Redoute der indes Königs Hand befindlichen Plätze, und sollte manbisher wegen der Garantie keine Schwierigkeit gemachthaben, um uns zu einem solchen Handel zu vermögen,so wären wir weit davon entfernt, denn die Garantiesei eine für hiesigen Staat notwendigere Vorsichtsmaß-regel als für uns, es stehe schlecht an, sie uns verkaufenzu wollen, und wir hielten den Kaufpreis für zu teuer,wenn wir uns in alle Interessen dieses Staates en-gagierten . . . Seit der Rückkehr des Herrn Deschamps[eines Anhängers von Amalie] finde ich die Frau Prin-zessin von Oranien viel besser gesinnt; sie bekennt sichzu unserm Abkommen, sowohl betreffs der Garantie alsdes spanischen Vertrages. Koch kann ich nicht be-urteilen, was dabei herauskommen wird, denn ihr Sinnist so mißtrauisch und so präokkupiert, daß man sichgar nicht darauf verlassen kann; nichtsdestowenigerbezeugt sie große Passion, daß alles zur Zufriedenheit