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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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schätzten sie seine Mutter höher als ihn oder es warihm direkt um die Fortsetzung des Krieges zu tun.Und wie wenig war Amalien zu trauen, wenn sie auchjetzt für den Frieden zum Vorteile Frankreichs sprach 1 )!Sie betonte Servien gegenüber ihre Verehrung undDankbarkeit für den Königshof und für Mazarin, aberdas war die Wirkung augenblicklicher Stimmung; siehatte sich zu sehr ins spanische Netz verstrickt, indiesem hielten sie zu mächtige Bande.Um ihrenKredit zu bewahren, so schreibt Servien,ist sie imBunde mit den Schlechtgesinnten Hollands, welche nochdie Herren der Provinz sind, und um ihre Habsuchtzu befriedigen, hat sie, glaube ich, die Anerbietungender Spanier angenommen, was es ihr schwer macht,sich für Frankreich zu erklären, obwohl sie großeLeidenschaft dafür hat, daß alles klappe. Nebenbei kannich Eurer Eminenz sagen, daß sie, als ihre Vertrautenihr vorstellten, sie könne ebenso vorteilhaft und nochehrenvoller ihre Rechnung bei Frankreich als bei denSpaniern finden, antwortete, den Franzosen stehe esfrei zu versprechen, sie legten aber wenig Wert darauf,ihre Versprechungen zu halten. Ich sehe wohl, daßdas Angebot eines Herzogtums mit der Pairie, von demich ihr früher sagen ließ, sie etwas gelockt hat, unddaß sie es gern wieder aufs Tapet gebracht sehenmöchte; sie fürchtet aber, daß, sobald man sie dahingebracht habe, auf das zu verzichten, was ihr die Spanierversprochen haben, man sich über sie lustig mache, unddaß sie auf diese Weise das Gewisse für das Ungewissepreisgebe. Herr Desloges, Vetter des Herrn Premier-ministers, der bei ihr Kredit und leichten Zutritt hat,tut Wunder, um den Dienst des Königs zu fördern . . .

') Servien an Mazarin, 16. und 23. April 1647. Groen.