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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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niederschauend, einen Totenkopf in Händen; etwas tiefersteht die von Iluygens verfaßte Inschrift:

Fred. Henric. Princ. Araus. ipsum sese unicurn ipsodignum lnctus et amoris aeterni Mon. Amalia de Solmsvidua inconsolabilis mariti incomparabili.

Wie ich oben erwähnte, ergriff Amalie den Künstlernihres Petit Luxembourg gegenüber oft die Initiativeund so spricht ihr Stolz aus manchem Zuge in derRuhmeshalle ihres Gatten. Anstatt einer Huldigungder von ihm eroberten Städte an Friedrich Heinrich,die ein Bild darstellen sollte, entschied sie für die Dar-bringung der survivance in der Statthalterwürde anihren fünfjährigen Sohn, denn daß die Staaten die Erb-lichkeit der Statthalterwürde im Jahre 1630 diesemzugesprochen hatten, war für die ehrgeizige Fürstin,die sich einer Königin gleich stellte, ein Triumph,der viele Städte aufwog. Mit welchem Spottemögen die schwarzen Augen der Solmserin auf denFriedenskongreß hernieder geblickt haben, der dieMächte unsrer Zeit im Oranje-Saale vereinigte; dieBekennerin des Erfolges, die Realpolitikerin kühl-ster Observanz, hätte gewiß keinen Sinn für dieBetrachtungen gehabt, welche der am 18. Mai 1899eröffnete Weltfriedenskongreß anstellte und die trotzaller edlen Absichten des Zaren Nikolaus II., einesNachkommen von Amalie, mit einer Niete endeten,wie vorauszusehen war. Für die Oranier war ja auchKrieg weit wertvoller als Frieden; im Kriege waren siedie natürlichen Führer der Nation, in faulen Friedens-zeiten trat ihr Ansehen hinter dem Gelde der Groß-kaufleute in den Schatten; die Geldsäcke brauchtenden Frieden, um die Aristokratie zu spielen, Oranienund die Demokratie unter seiner Führung brauchtenKrieg!