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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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Die Zeit Friedrich Heinrichs war nicht nur einGlanzpunkt in der Kunst, sondern auch in der Poesieund auf dem weiten Boden der Wissenschaft. Joostvan den Yondel begrüßte den Statthalter mit seinemlebenswarmenPrinzenlied, schufPalamedes undGysbrecht und besang des Prinzen Siege, mit nochoffenkundigerem Jubel den westfälischen Frieden, dener im idyllischen FestspieleDie Leeuwendalers feierte.Als Stadtpoet des gewaltigen Amsterdam erstieg Yon-del dann die Höhe, unsterblich als Lyriker, mittelmäßigals Dramatiker 1 ). Einen mächtigen Einfluß auf diejungen Dichter übte der Tacitus Hollands, Pieter Cor-nelisz van Ilooft, der seine Historien 1642 FriedrichHeinrich, einem seiner Bewunderer, widmete; in seinemHause zu Muiden versammelte sich ein Kreis Künstlerund Gelehrter. Yon Huygens sprach ich schon, und inJakob Cats liebte die Kation jahrhundertelang den christ-lichen Yolksdichter von großer Derbheit, dessen Werkesie gern neben die Bibel stellte; sein Haus in Zorgvlietwar sein Tusculum nach dem Rücktritte (1652) von derrecht mäßig ausgefüllten Stellung als Ratspensionär vonHolland 2 ). Universitäten und Akademien wurden inProvinz und Stadt gegründet; die Wissenschaft strömtebefruchtend von den Städten über das flache Land unddie Kamen eines Hugo Grotius, Cartesius, Spinoza, Yoe-tius, Coccejus flogen durch die Welt.

*j Alexander Baumgartner, S. J. Joost vau den Yondel,sein Leben und seine Werke. Bin Bild aus der NiederländischenLiteraturgeschichte. Freiburg i. Br. 1882.

2 ) W. J. A. Jouckbloet, Geschichte der NiederländischenLiteratur. Verdeutscht von Wilhelm Berg. 2. Bd. Leipzig 1872.