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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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hätte sie allen Prunk bestritten, wenn nicht FriedrichHeinrich stets die Hand in der Tasche gehabt hätte!Denn Karl konnte ihr in seiner Finanznot nur eine sehrunzureichende Ausstattung mitgeben und Briefe vonihrer Hand bezeugen, daß es manchmal an den not-wendigsten Kleidungsstücken fehlte. Daß Wilhelm seinebräutliche Gemahlin so schön fand und daß auch andreihre Keize rühmen, erscheint uns, wie schon Jorissenhervorhebt J ), eigentümlich. Während Wilhelm, wieseine sämtlichen Bilder bezeugen •— das schönste isthier beigegeben —, von ungewöhnlicher Schönheit war,geben uns die Bilder Marias — die berühmtesten sindvon Van Dyck und Honthorst — nichts, was man als schönbezeichnen könnte; auf dem Bilde von Honthorst erinnertsie auffallend an ihren großen Sohn. Wer möchte diehagere Persönlichkeit mit der fahlen Gesichtsfarbeschön nennen, ohne Sezessionist zu sein? Die Ehekonnte glücklich genannt werden, Maria war wohlin Wilhelms Schönheit sterblich verliebt und seinMut, seine Tatkraft in so jungen Jahren imponiertenihr; über seine gelegentliche Untreue setzte sie sich,wenn auch nicht leicht, hinaus. Holländerin wurdeMaria Stuart niemals, sie blieb die hochmütige englischeKönigstochter und ihr Herz hing an ihrem Heimatlande..Über ihre Stellung zu ihrer Schwiegermutter werdenwir später sprechen.

Die Königin von England benutzte ihre Anwesenheitin Holland zur Verpfändung eigener und der Kronegehöriger Juwelen, um ihrem Gemahle Geld zu seinerKriegsführung gegen die Rebellen zu verschaffen.Kaum hatte sie England verlassen, so suchte man dort

') Amalia van Solms en Maria Stuart. Historische BlademVierde clruk. I. Haarlem, H. D. Tjeenk Willink, 1895.