lieh schön und über sein Alter klug. Im HerzoglichAnhaitischen Haus- und Staatsarchive zu Zerbst befindetsich l ) die an seine Mutter gerichtete schmeichelhafteHativität des Prinzen (Anno Christi 1633) von dem vorvierzehn Jahren vertriebenen Mathematiker Martin Horkyvon Lochowitz, der sich Philosophiae Doctor, Mathe-maticus et Medicus nennt. Wie schlecht hat er pro-phezeit : ein Lebensalter von 75 Jahren!
Friedrich Heinrich wünschte, daß trotz der großenJugend der Verlobten (15 und 10 Jahre) die Hochzeitsofort nach des Bräutigams Ankunft in aller Form voll-zogen würde und daß die Gatten zusammenschliefen 2 );dann aber sollte sein Sohn bald zurückreisen, um im Feldesich im Waffenberufe weiter zu vervollkommnen; vonseinen Schwiegereltern sollte er erbitten, ihm sein jungesFrauchen baldigst über den Kanal zu schicken; dies sei„der Hauptpunkt“. Es war Friedrich Heinrich auch vonhoher Wichtigkeit, ob Prinz Wilhelm bei der erstenAudienz bedeckten oder unbedeckten Hauptes vor Königund Königin stehen solle und ob er den Hang vor demExkönige von Böhmen einnehme oder nicht. Er hattevergebens gehofft, die Königin von England werde selbstihre Tochter über den Kanal führen; das Parlamentverhinderte die Reise der Königin und alle oranischenBemühungen, die Reise zu ermöglichen, scheiterten 3 ).Sobald nun der Wind es gestattete, verließ Prinz Wil-helm Briel und landete am 29. April in Gravesend.Vom Volke umjauchzt, fuhr er über Greenwich nachWhitehall und sah seine Braut zum ersten Male. Sielag mit einer dicken Wange zu Bett, er aber ließ sich
’) A 7 b. Nr. 113. Original.
2 ) An die holländischen Gesandten in London, 17. April 1641.Groen.
3 ) Friedrich Heinrich an Aerssens 20. April 1641. Groen.