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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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schrieb ihr Richelieu, der sie nicht für zuverlässig undbeständig hielt, am 20. August 1638 x ):

„Madame!

Die Regierung des Königs drückt mir die Feder indie Hand, um Sie Seinerseits zu bitten, Sie möchten einGeschenk annehmen, das nur durch den Geber ihrerwürdig sein kann. Da die gemeinsamen Feinde diesesKönigreichs und der Vereinigten Provinzen uns nurdurch die Ohren Übel antun können, so wählte seineMajestät Ihre Gabe absichtlich derart aus, vtie sie ist,nicht nur um Ihnen zu bezeugen, daß Sie niemals aufetwas hören wird, das dem gemeinsamen Wöhle zumNachteile gereichen könne, sondern auch um IhnenIhre Überzeugung zu erkennen zu geben, daß EureHoheit und der Herr Prinz von Oranien ebenso Ihrer-seits handeln werden. Was mich angeht, Madame, sowerde ich mich außerordentlich glücklich schätzen, wennich ebenso viel Mittel finden werde wie ich Verlangen(passion) hege, Ihnen zu zeigen, daß ich wahrhaftig,bin usw.“

War dies nicht unerhört offen? Kostbare Ohrringelagen dem Briefe Richelieus bei, den Amalie am10. September folgendermaßen beantwortete 2 ):„Monsieur!

Ich habe das überaus ehrenvolle schöne Geschenkempfangen, das dem Könige gefallen hat, mir ohnemein Verdienst aus freiem Antriebe zu senden, und ichdanke soeben Seiner Majestät brieflich dafür .. . Da esIhnen gefallen hat, durch den Gegenstand dieser Gunstmir Nachricht zu geben, daß unsere gemeinsamen Feinde

s ) Hansarchiv. Haag. Orig. Abgedrnckt hei Groen.

2 ) Archiv des auswärtigen Amts. Paris. Orig. Abgedrncktbei Groen.