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Lieven, der Freundin Greys und Guizots, sagte, sie seieine diplomatische Sibylle, galt yoII und ganz von unsrerHeldin im siebzehnten Jahrhunderte.
Moritz war kein Staatsmann, nur ein Kriegsheldgewesen, Friedrich Heinrich entbehrte der Begabungzum Staatsmanne nicht so sehr wie er, aber Amaliebesaß sie für ihn in höherem Maße und ihr schienen dieSchleichwege der Politik durchaus nicht zu labyrinthischoder zu schlüpfrig; sie fand sich selbst im Wirrwarrzurecht, der Ariadne-Faden ihres kühl berechnendenYerstandes leitete sie sicher. Und um die religiösenStreitigkeiten, die so lange die Niederlande vergiftethatten, kümmerte sie sich blutwenig; sie mochte nochmit mehr Überzeugung als Moritz sagen: „Das sindtheologische Dinge, die mich nichts angelien.“ FriedrichHeinrich lag stets in Hader mit den Staaten, besondersvon Holland, und war unentschlossen, hielt zu ängstlichUmschau; die Regierung war ja recht kompliziert, derPrinz nach allen Seiten gebunden, überwacht durch dasMißtrauen der Aristokraten, durch Eigenwillen und Ein-reden, und es ging absolut nicht mit dem Hausbegehrender Oranier, nach Art andrer europäischer Fürstenabsolut zu regieren. Manchmal freilich entschied auchihre Stimme, wie denn der Allianzvertrag mit Frank-reich 1634 ohne Friedrich Heinrich kaum ins Lebengetreten wäre. Sein Sekretär Konstantin Huygens,Herr von Zuylichen, ein poetisch und literarisch hoch-gebildeter Mann voller Kenntnisse und von großerWeltgewandtheit, korrespondierte 1 ), wenn FriedrichHeinrich im Felde lag, beständig mit Amalie und unter-
‘) Vgl. z. B. Groeu van Prinsterer, Archives, ou Corre-spondance inedite de la maison dDrange-Nassau. Deuxieme Serie,tomes III et suiv., Utrecht, 1859 ff.