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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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unsterblichen Bildern vor Augen führen. Und in diesemberückenden Körper lebte eine Seele, lebte ein Geist,den das seelen- und geistvolle Auge verriet, ein Yer-stand, der weit über das Niveau hinausging und derAmalie befähigt hätte, unter anderen Verhältnissen eineElisabeth, Maria Theresia oder Katharina II. zu sein.Niemand würdigte diese Geistesgaben mehr, niemandfühlte sich dadurch beglückter und stand mehr unterihrem Einflüsse als Friedrich Heinrich selbst, derglühendste Bewunderer seiner Gemahlin.

Zum ersten Male, seit die Republik bestand, bot derHaag das Schauspiel eines glänzenden Hofs; mit demungeheuren Vermögen von Moritz konnte der Städte-bezwinger Friedrich Heinrich, ein zweiter DemetriusPoliorketes, der offene Feldschlachten vermied und inder Eroberung von Festungen seine unüborbotene Stärkefand, einen Prunk entfalten, wie er in Nordeuropaseinesgleichen kaum kannte. Prinz und Prinzessin vonOranien liebten den Pomp und benutzten seine Ent-faltung zur Erhöhung ihres Ansehens wie der Autoritätdes Staates in dem europäischen Konzerte; sie zogengern Personen an sich, die ein gewisses Relief gaben,und fanden mit der Veranstaltung von Festlichkeitenaller Art viel Beifall bei den wohlhabenden Ständenwie bei dem panem et circenses gern genießendenVolke. Auch dieHerren Staaten sahen mit Genug-tuung, wie gesucht die Gesellschaft um ihren erstenBeamten war. Obwohl achtzehn Jahre älter als Amalie,genoß Friedrich Heinrich, wenn er einmal nicht imKriege war, mit doppelter Genußfreudigkeit das Wohl-leben an seinem eigenen Hofe. Im Binnenhofe, wo sichdie Generalstaaten noch heute versammeln, in dem frühervon Gräben umgebenen Komplexe, wo der nominelledeutsche König, Graf Wilhelm von Holland, 1250 seine