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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
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Residenz aufgcschlagcn hatte, strömten In- und Auslandhuldigend zusammen, und es kamen so viele, daß manmehrmals Anbauten machen und Veränderungen vor-nehmen mußte, um Raum zu schaffen. Man sah hierdeutsche, französische, englische, dänische, polnische,ungarische Adelige, meist arme Glücksucher, die teil-weise in den Kriegsdiensten der hochmögenden Republikstanden, Turenne hatte ja auch noch unter Moritzdas Fundament seiner Ausbildung gelegt danebendie Gefolgschaft des Winterkönigs, die mit ihm das Brotder Verbannung, mit ihm fremde Treppen stieg,wie Dante einst sagte, die zahlreichen Sprossen derNassau und Solms. Man sah die Diplomaten des Aus-landes, und unter ihren Augen wuchs der Einfluß desoranischen Paares auf die Leitung des Staatswesens;zumal in der Kriegsführung, seinem eigentlichen Lebens-berufe, machte sich Friedrich Heinrich immer selb-ständiger. Amalie war der natürliche Mittelpunkt desfröhlichen Hofes; sie verstand es vollendet, zu repräsen-tieren und Glanz zu verbreiten, und mochten die Festenoch so üppig verlaufen, so traf auch nicht ein Hauchdie Reinheit ihres Rufes. Unter ihren Damen war dieBlüte des Landes und gar manche hohe Frau lebtegern im Haag, wie die verwitwete Gräfin von Hanau,Catharina Belgien, mit ihrer Tochter Charlotte, Emilie,Prinzessin-Witwe von Portugal, geborene Nassau, ihreTöchter, eine lange Reihe Nassau, Dohna, Brederodeu. a. Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg, derAmalien nicht gewogen war, tadelt') ihren Hoch-mut und schreibt u. a. am 19. September 1626 in seinTagebuch, er habe lieber auf das Abendessen bei derKönigin von Böhmen verzichtet, als Amaliens Anmaßung

*) Tagebuch. Kopie. H.- u. St.-A. in Zerbst.