13
Ileiratsgut und Ausstattung 19 850 Gulden zu fordern,welche Forderung sie ihrer Schwester Brederodeschenkte, und diese selbst hatte von Hause 15816 Guldenzu fordern; da doch nichts zu erzielen war, so machtenbeide Schwestern am 2.12. März 1654 einen Vergleichmit der für ihren Neffen, den Grafen Heinrich Trajektin,die Vormundschaft führenden Witwe ihres Bruders, desGrafen Johann Älbrecht IT. zu Solms-Braunfels, GräfinAnna Elisabeth aus dem Hause Falckenstein, undminderten die Gesamtsumme auf 10 000 Gulden.
3. Kapitel.
Die Prinzessin von Oranien als Rausfrau.
Friedrich Heinrich hatte, wie Jost van den Vondel,der gewaltige Lyriker, ein Todfeind von Moritz, vonAmaliens Bild sang x ), ihr den Oranje-Apfel als derKrone der Fürstinnen gegeben, nun ruhte er in ihrenSchnee- und Alabaster-Armen, ihre Purpurlippen küßtenihn, ihre strahlenden Augen leuchteten ihm, die honig-süße Stimme rief ihn. Und wie vor JahrhundertenHollands großer Sänger Amaliens Schönheit pries, sohob zu unserer Zeit der niederländische HistorikerTheodor Jorissen 2 ) hervor Amaliens „lebendige schwarzeAugen, die von Lebenslust und Gesundheit glänzten,ihre etwas derbe, sinnliche Schönheit“. FriedrichHeinrich blieb lebenslang in ihrem Banne; begreiflich,wenn wir an die körperlichen Reize denken, die unsvan Ilyk, Honthorst und andere Koryphäen in ihren
‘) Lyck-Redenen en gedickten: begrypende de Afkomst, ’tLeven, voorneemste Daden en ’t Af-sterven van syn lloog-heydtFredryck Henryck, in syn Leven Yorst van Oranjen, x x x., Amster-dam, 1648.
2 ) Historische Bladen. Vierde Druk. I. Haarlem, 1895.