zu tragen; um diese Gegenhuldigung der Königinnicht zu auffällig erscheinen zu lassen, gab er ihrenbeiden Ehrenfräulein, Amalie und Ludovica (Louise)Christiane zu Solms-Braunfels, gleiche Haarbüschel unddie Königin befahl ihnen, dieselben mit einem Kleinodezu tragen, wie sie es tat. Amalie handelte, wie ihr be-fohlen worden, ohne für Christian Neigung zu empfinden,und als Prinz Friedrich Heinrich von Oranien sie damitneckte, warf sie vor seinen Augen Kleinod und Haareins Feuer. Dabei fing nun Friedrich Heinrich, der sielängst kannte, Feuer genug, um sie zu heiraten. Burg-graf Friedrich zu Dohna, Ursulas Sohn und AmaliensNeffe, berichtet dies ').
2. Kapitel.
Die Reiraf.
Das Haus Oranien war dem Erlöschen nahe. SeinHaupt, Moritz von Nassau, hatte keine ebenbürtigenNachkommen, nur natürliche, und Prinz Friedrich Hein-rich, sein Bruder und präsumtiver Erbe, des Schweigersletzter Sohn aus der Ehe mit Louise de Coligny, desILugenottenführers Tochter, schien nicht heiraten zuw'ollen; ein Mann voll Kraft und Schönheit, trieb ersich lieber mit leichten Frauen umher, und seiner Ver-bindung mit einer Bürgermeisterstochter in Emmerichentsproß Friedrich, Graf von Nassau-Zuylestein, derspätere Haupturheber des Mordes von Jan und Cornelisde Witt 2 ). Alle Versuche, ihn zu einer Heirat zu bc-
') Les Mdmoires du Burgrave et Üomte Frederic de Dolma1(521—1688. Herausgegeben von H. Borkowski. Königsberg 1898.
Sein Geschlecht, die Grafen von Rochford und Nassau-Zuyle-stein, erlosch 1830. Er selbst fiel mit neunzehn Wunden am23. Oktober 1672 hei Woerden als General der Infanterie; er war