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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
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Friedrich Y. nach Böhmen zog, begleitete JohannAlbrecht I. mit seiner Familie den Freund in das un-gewisse Schicksal; es kam, wie der Graf geahnt hatte,undder Winterkönig gab nach der selbstverschuldetenNiederlage bei Prag alles verloren. Mit Solms, Dohnaund wenig andern Getreuen flüchtete er vom WeißenBerge nach Breslau, von da nach Berlin und Küstrin,schließlich nach dem Haag. Gräfin Amalie, welche alsHoffräulein die Königin von Böhmen nach Prag zurKrönung begleitet hatte, machte die Flucht mit undblieb im Exile im Haag bei ihrer lieben Herrin; siewar jetzt achtzehn Jahre alt, ebenso klug und gewandtwie schön, eine Zierde nicht nur des verbannten böh-mischen Hofes, sondern auch der Gesellschaft, welcheden Heldenfürsten Moritz von Nassau, Prinzen vonUranien, umgab. Moritz galt ja als glänzendster Kriegs-führer und das von ihm durchgebildete Heer der General-staaten als das erste der Zeit, und er war nur Soldat,nicht auch Diplomat wie sein großer Yater; im Friedensali er keine Rolle für sich, der Krieg war ihm alles.Amalie war dem oranischen Geschlechte nahe verwandt,ihre Großmutter väterlicherseits war eine SchwesterWilhelms des Schweigers gewesen; doch lebte sie in ab-hängiger Lage und als ihr Yater am 4. Mai 1.623 imHaag arm starb, erbte sie nichts als ziemlich unsichereAussichten auf die unter sechs Kinder zu verteilendekleine Erbschaft.

Um diese Zeit befand sich im Haag der abenteuerndeGottesfreund, der Pfaffen Feind, Herzog Christian derJüngere von Braunschweig-Wolfenbüttel, Administratorvon Halberstadt, bekannt alsder tolle Bischof. Erhatte die Königin von Böhmen zur Herrin seines Herzenserkoren und steckte nicht nur ihren Handschuh an denHut, sondern bewog sie auch, ein Büschel seiner Haare