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Buch der Lieder
Seite
170
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Tie Nordsee.

Und Palmen rauschen und Brunnen kühlenUnd fliegend singt der Wandervogel:

Sie liebt ihn! sie liebt ihn!

Sie trägt sein Bildnis im kleinen Herzen,

Und trägt es süß und heimlich verborgen,

Und weiß es selbst nicht!

Aber im Traume steht er vor ihr,

Sie bittet und weint und küßt seine Hände,

Und ruft seinen Namen,

Und rufend erwacht sie und liegt erschrocken,Und reibt sich verwundert die schönen AugenSie liebt ihn, sie liebt ihn!"

-4-

An den Mastbaum gelehnt, auf dem hohen Verdeck,Stand ich und hört' ich des Vogels Gesang.Wie schwarzgrüne Rosse mit silbernen Mähnen,Sprangen die weißgekräuselten Wellen;Wie Schwänenzüge schifften vorüberMit schimmernden Segeln die Helgolander,

Die kecken Nomaden der Nordsee!

Über mir, in dem ewigen Blau,

Flatterte weißes GewölkUnd prangte die ewige Sonne,

Die Rose des Himmels, die feuerblühende,Die freudvoll im Meer sich bespiegelte;Und Himmel und Meer und mein eigenes HerzErtönten im Nachhall:

Sie liebt ihn! sie liebt ihn!

9.

Im Hafen.

Glücklich der Mann, der den Hafen erreicht hat,Und hinter sich ließ das Meer und die Stürme,Und jetzo warm und ruhig sitztIm guten Ratskeller zu Bremen.