Der Gesang der Okeamden.
Wie ich, der Geliebte, so lieblich bin
Und so liebenswürdig — wahrhaftig!
Nachher im Bette, im Schlafe, im Traum,
Umgaukelt sie selig mein teures Bild,
Sogar des Morgens, beim Frühstück,
Aus dem glanzenden Butterbrots,
Sieht sie mein lächelndes Antlitz,
Und sie frißt es auf vor Liebe — wahrhaftig!"
Also prahlt er und prahlt er,
Und zwischendrein schrillen die Möwen,Wie kaltes, ironisches Kichern.Die Dämmrungsnebel steigen herauf;Aus violettem Gewölk, unheimlich,
Schaut hervor der grasgelbe Mond!
Hoch aufrauschen die Meereswogen,
Und tief aus hoch aufrauschendem Meer,Wehmütig wie flüsternder Windzug,
Tönt der Gesang der Okeamden,
Der schönen, mitleidigen Wasserfraun,
Vor allen vernehmbar die liebliche StimmeDer silberfüßigen Peleus-Gattin,
Und sie seufzen und singen:
O Thor, du Thor, du prahlender Thor!Du kummergequälter!
Dahingemordet sind all deine Hoffnungen,Die tändelnden Kinder des Herzens,
Und, ach! dein Herz, Nioben gleich,
Versteinert vor Gram!
In deinem Haupte wird's Nacht,
Und es zucken hindurch die Blitze des Wahnsinns,Und du prahlst vor Schmerzen!
O Thor, du Thor, du prahlender Thor!Halsstarrig bist du wie dein Ahnherr,
Der hohe Titane, der himmlisches FeuerDen Göttern stahl und den Menschen gab.Und Geier-gequälet, Felsen-gefesselt,Olymp-auf trotzte und trotzte und stöhnte,Daß wir es hörten im tiefen Meer,
Und zu ihm kamen mit Trostqesang.