Die Nordsee.
Bei dem Steuer liegt der BootsmannAuf dem Bauch, und schnarchst leise.Bei dem Mastbaum, segelflickend,
Kauert der beteerte Schiffsjung'.
Hinterm Schmutze seiner WangenSprüht es rot, wehmütig zuckt esUm das breite Maul, und schmerzlichSchaun die großen, schönen Augen,
Denn der Kapitän steht vor ihm,
Tobt und flucht und schilt ihn: „Spitzbub'!Spitzbub'! einen Hering hast duAus der Tonne mir gestohlen!"
Meeresstille! Aus den WellenTaucht hervor ein kluges Fischlein,
Wärmt das Köpfchen in der Sonne,Plätschert lustig mit dein Schwänzchen.
Doch die Möwe, aus den Lüften,Schießt herunter ans das Fischlcin,Und den raschen Raub im SchnabelSchwingt sie sich hinauf ins Blaue.
10.
Scegcl'penst.
Ich aber lag am Rande des Schisfes,Und schaute, träumenden Auges,
Hinab in das spiegelklare Wasser,Und schaute tiefer und tiefer —
Bis tief im Meeresgrunde,
Anfangs wie dämmernde Nebel,
Jedoch allmählich farbenbestimmter,Kirchenkuppel und Türme sich zeigten,Und endlich, sonnenklar, eins ganze StadtAltertümlich niederländisch,Und menschenbelebt.
Bedächtige Männer, schwarzbemäntelt,Mit weißen Halskrausen und Ghrenketten,Und langen Degen und langen Gesichtern