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Buch der Lieder
Seite
153
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Sturm. Meeresstille.

O Meer!

Mutter der Schönheit, der Schaumentstiegenon!Großmutter der Liebe! schone meiner!

Schon flattert, leichenwitternd,

Die weiße, gespenstische Möwe,

Und wetzt an dein Mastbaum den Schnabel,Und lechzt voll Fraßbegier nach dem Herzen,Das vom Ruhm deiner Tochter ertönt,

Und das dein Enkel, der kleine Schalk,Zum Spielzeug erwählt.

Vergebens mein Bitten und Fleh»!

Mein Rufen verhallt im tosenden Sturm,Im Schlachtlärm der Winde.

Es braust und pfeift und prasselt und heult.Wie ein Tollhaus von Tönen!Und zwischendurch hör' ich vernehmbarLockende Harfenlaute,

Sehnsuchtwilden Gesang,

Seelonschmelzend und seelsnzerreißend,

Und ich erkenne die Stimme.

Fern an schottischer Felsenküste,

Wo das graue Schlößlein hinausragtÜber die brandende See,

Dort, am hochgewölbten Fenster,

Steht eine schöne, kranke Frau,

Zartdurchsichtig und marmorblaß,

Und sie spielt die Harfe und singt,

Und der Wind durchwühlt ihre langen LockenUnd trägt ihr dunkles LiedÜber das weite, stürmende Meer.

9.

Meeresstille.

Meeresstille! Ihre StrahlenWirst die Sonne auf das Wasser,Und im wogenden GeschmeideZieht das Schiff die grünen Furchen.