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Buch der Lieder
Seite
147
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Die Nacht am Strande.

Und schüttet knisterndes Reisig ins Feuer,

Und bläst hinein.

Daß die flackernd roten Lichter

Zauberlieblich widerstrahlen

Auf das blühende Antlitz,

Auf die zarte, weiße Schulter,

Die rührend hervorlauscht

Aus dem groben, grauen Heinde,

Und auf die kleine, sorgsame Hand,

Die das Unterröckchen fester bindet

Um die feine Hüfte,

Aber plötzlich, die Thür springt auf,

Und es tritt herein der nächtige Fremdling;Liebesicher ruht sein AugeAuf dem weißen, schlanken Mädchen,Das schauernd vor ihm steht.

Gleich einer erschrockenen Lilie;

Und er wirft den Mantel zur Erde,

Und lacht und spricht:

Siehst du, mein Kind, ich halte Wort,

Und ich komme, und mit mir kommtDie alte Zeit, wo die Götter des HimmelsNiederstiegen zu Töchtern der Menschen,

Und die Töchter der Menschen umarmten,Und mit ihnen zeugtenZeptertragende KönigsgeschlechterUnd Helden, Wunder der Welt,

Doch staune, mein Kind, nicht längerOb meiner Göttlichkeit,

Und, ich bitte dich, koche mir Thse mit Rum,Denn draußen war's kalt,

Und bei solcher NachtluftFrieren auch wir, wir ewigen Götter,

Und kriegen wir leicht den göttlichsten SchnupfenUnd einen unsterblichen Husten.