Sonnenuntergang.
Von stolzen, glückgehärteten Menschen.
Aber des NachtsAm Himmel wandelt Luna,
Die arme Mutter,
Mit ihren verwaisten Sternenkindern,Und sie glänzt in stiller Wehmut,Und liebende Mädchen und sanfte DichterWeihen ihr Thränen und Lieder.
Die weiche Luna! Weiblich gesinnt,
Liebt sie noch immer den schönen Gemahl.Gegen Abens, zitternd und bleich,
Lauscht sie hervor aus leichtem Gewölk,Und schaut nach dein Scheidenden schmerzlich.Und möchte ihm ängstlich rufen: „Komm!Komm! die Kinder verlangen nach dir —"Aber der trotzige Sonnengott,
Bei dem Anblick der Gattin erglüht' erIn doppeltem Purpur,
Vor Zorn und Schmerz,
Und unerbittlich eilt er hinabIn sein flutenkaltes Witwerbstt.
Böse, zischelnde ZungenBrachten also Schmerz und VerderbenSelbst über ewige Götter.
Und die armen Götter, oben am HimmelWandeln sie, qualvoll,
Trostlos unendliche Bahnen,lind können nicht sterben,
Und schleppen mit sichIhr strahlendes Elend
Ich aber, der Mensch,
Der niedrig gepflanzte, der Tod-beglückte,Ich klage nicht länger.
Buch der Lieder
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