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Buch der Lieder
Seite
139
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Birg »MM

Ja, ich glaube, von den LippenGleitet mir das rechts Wort.

Siehst du, Kindchen, wie schon dämmertUnd erbebt die Mitternacht!

Bach und Tannen brausen lauter,

Und der alte Berg erwacht.

Zitherklang und ZwergenliederTönen aus des Berges Spalt,

Und es sprießt, wie'n toller Frühling,Draus hervor ein Blumenwald;

Blumen, kühne Wunderblumen,

Blätter, breit und fabelhaft,

Duftig bunt und hastig regsam,Wie gedrängt von Leidenschaft.

Rosen, wild wie rote Flammen,

Sprühn aus dem Gewühl hervor;

Lilien, wie kristallne Pfeiler,

Schießen himmelhoch empor.

Und die Sterne, groß wie Sonnen,Schaun herab mit Sehnsuchtglut;

In der Lilien NiesenkelcheStrömet ihre Strahlenflut.

Doch wir selber, süßes Kindchen,

Sind verwandelt noch viel mehr;Fackelglauz und Gold und SeideSchimmern lustig um uns her.

Du, du wurdest zur Prinzessin,

Diese Hütte ward zum Schloß,

Und da jubeln und da tanzenRitter, Fraun und Knappentroß,

Aber ich, ich Hab' erworbenDich und alles, Schloß und Leut';

Pauken und Trompeten huld'genMeiner jungen Herrlichkeit!